Merkwürdige Singles

Alle 11 Minuten …

Nein ich mache jetzt keine Werbung für eine gewisse Partnervermittlung, denn eigentlich hätte ich schreiben müssen: Alle 3 Minuten …, denn alle (ungefähr) 3 Minuten ist man früher, in der guten alten Zeit, zum Plattenspieler gelaufen, weil die Spielzeit der Single zu Ende war. Ja Singles, diese netten kleinen Schallplatten mit dem großen Loch in der Mitte (Wikipedia). Ich selbst war nie ein Freund der klassischen 45er-Single, hatte aber eine nicht unerhebliche Menge von 12″ Maxi-Singles im Regal stehen – die mit den fetten, langen Remixes.

Neulich bin ich aber auf eine Art von Single gestossen, die ich bisher noch gar nicht kannte, wohl auch deshalb, weil sie hier in Deutschland nie richtig Fuß fassen konnte. Die Cassette Single oder kurz Cassingle. Wer gerade auf einen der Links geklickt hat, wird bemerkt haben, dass es noch nicht einmal einen Eintrag in der deutschen Wikipedia dazu gibt. Es handelt sich hierbei wirklich um Singles, die als Medium die Compact Cassette nutzen. „A- und B-Seite“ liegen hier (in der Regel) hintereinander auf einer Cassettenseite – und auf der anderen auch. Die nachfolgend abgebildeten konnte ich bei Ebay jeweils für 1,00€ plus Versand ersteigern, es gibt aber auch welche, die geradezu astronomische Preise erzielen, weil es sich um limitierte Auflagen, besondere Promos o. ä. handelt.

Auf jeden Fall schaue ich jetzt auf meinen gelegentlichen Ebay-Streifzügen auch immer wieder in diese Kategorie und hoffe, dass ich noch mehr interessante Cassingles finde.

CU

P. S. Dies war übrigens der bereits vor über einem Monat hier versprochene Beitrag zum Thema Musik 😇

Wenn schon Retro, dann richtig

Bevor Holger wieder einmal berechtigterweise moniert, dass ich hur noch etwas über Zigarrenevents poste, kommt hier die Rettung 😜.

Wie die geneigte Leserschaft weiß, bin ich ja seit einiger Zeit dem Retro-Hifi-Virus verfallen und habe dazu auch schon Beiträge veröffentlicht. In dieser Sparte geht es heute weiter, denn ich möchte Euch meine letzten Neuzugänge vorstellen.

Zuerst einmal wurde ein feuchter Traum eines jeden (in den 80ern) jugendlichen Hifi-Freaks war, denn ein Nakamichi-Tapedeck zog bei mir ein. Nakamichis waren seinerzeit der Mercedes unter den Cassettenspielern und standen zu für Jugendliche unerschwinglichen Preisen in den Hifi-Studios. Ausserdem hatte ein Nakamichi einen Auftritt im Film 9 1/2 Wochen – im Nachhinein betrachtet, die erotischste Szene des Films – wer zum Teufel ist schon Kim Basinger 🤣. Zu dem Teil gekommen bin ich durch die Suche nach einer Reparaturmöglichkeit für einen klassischen Philips CD-Player (ebenfalls aus den 80ern), die mich auf die Seite hifimuseum.de führte. Als ich feststellte, dass die Seite aus Wiesbaden „stammt“ rief ich einfach ´mal an, kam mit dem Betreiber, Herrn Redlich, ins Gespräch, besuchte ihn persönlich und gab ihm ein wenig Feedback zu seiner Webseite aus Sicht eines interessierten Laien. Um es abzukürzen: auf meine mehr scherzhaft geäußerte Bemerkung gerne ein Nakamichi zu besitzen kam die Antwort, dass er eines da habe, was ich bekommen kann – für lau (d. h. für 0,00 Euro)!!!

Doch was nützt einem  das schönste Tapedeck ohne die zugehörigen Medien, sprich Cassetten. Nix natürlich, weswegen ich schon im Besitz einiger Altbestände aus den Nachlass meiner Schwiegermutter und einer bei Ebay geschossenen, noch eingeschweißten Eric Clapton-Cassette war (schließlich musste ich ja auch schon mein vorher vorhandenes Yamaha-Deck befeuern). Heute kam mit der Post aber der absolute Hammer –  Retro Grooves Vol. 1 von den EOX Studios aus Norwegen. Hinter den EOX Studios verbirgt sich Anders Enger Jensen, ein Musiker, der sich den klassischen 80er-Jahre Synthie-Sound auf die Fahne geschrieben und damit wirklich eine fast zwei Stunden lange Musikcassette befüllt hat. Einfach der Hammer, da wird auch sofort jede Diskussion über den Preis von 20,00 US$ für ein obsoletes Musikspeicher- und wiedergabemeduim hinfällig. Übrigens: wer kein Tapedeck hat kann Anders Tracks auch über SoundCloud am heimischen Computer anhören.

Bevor ich zu den obligatorischen Bildern komme, möchte ich Euch, zusätzlich zu den oben bereits eingefügten, noch zwei Links an Herz legen, die jeder kennen sollte, der sich für solches Retro-Zeug interessiert oder einfach einmal schauen will:

Bei beiden bitte auch unbedingt den zugehörigen YouTube-Kanal ansteuern!

CU

 

 

P. S. Oder, wie Steve Jobs zu sagen pflegte „One more Thing“

Noch ein weiterer „Klassiker“ ist bei mir eingezogen, nämlich Mouth to Mouth von Lipps, Inc. Ihr wisst schon

🔊„Won´t you take me to   Funkytown“🔊.

Zwar leider nicht auf Vinyl, dafür aber als remastered CD und mit schönem Booklet.

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Adventures In Modern Recording

Fast schon traditionell haben die Einleitungen zu meinen Blogposts nichts oder nur sehr wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun, über das ich schreiben möchte.  Auch heute gibt es keine Ausnahme von dieser Regel und so möchte ich Euch als erstes eines der besten (da sind sich die Kritiker einig) und gleichzeitig vom breiten Publikum am wenigsten beachteten Alben der 80er vorstellen – Adventures In Modern Recording von den Buggles.

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Buggles, hä? Waren das nicht die, deren größter/einziger Hit Video Killed The Radio Star war, dessen Musikvideo seinerzeit den Start von MTV darstellte? Ja, genau die, und deren zweites (und letztes) Album war eben Adventures In Modern Recording.  Eine wahre Perle, weitab vom einfachen Synthipop, einfallsreich, voller Abwechslung, anspruchsvoll und dazu noch meisterhaft produziert in genialer Klangqualität. Na klar, war ja auch Trevor Horn. Ich habe irgendwann ein Vermögen für die CD ausgegeben, die nur als Japan-Pressung zu bekommen war. Mittlerweile gibt es aber eine Neuauflage, sogar mit Bonustracks, zu einem normalen Preis.

Nun aber endlich zum Thema, nämlich meinen persönlichen Adventures In Modern Recording. Wie Ihr wisst, habe ich mich ja vor einiger Zeit ein dcc-Deck zugelegt und mit diesem einen Stapel Leercassetten. Also habe ich mich hingesetzt und – ganz Retro – wieder einmal Schallplatten auf Cassette aufgenommen. Als würdige Objekte hatte ich mir die beiden Yazoo-Alben Upstairs At Eric’s und You And Me Both ausgesucht, die mir der liebe Holger dankenswerterweise ausgeliehen hatte. Das ist heute, wo der Download eines ganzen Albums nur wenige Minuten dauert (entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt) und selbst das Rippen von CDs in xx-facher Geschwindigkeit geradezu archaisch anmutet, schon ein echtes Abenteuer. Langwierig dazu, denn zur eigentlichen Spieldauer der Schallplatte muss man noch Zeit zum Reinigen derselben, zum Einpegeln des Recorders und zum Umdrehen der Platte einplanen.

Richtig „modern“ wird es dann durch die dcc. Reichte es bei einer normalen CompactCassette das Band mit dem Finger oder dem berühmten sechseckigen Bleistift an die Startposition zu bewegen so gibt es hier noch einige digitale Besonderheiten. Bei einer leeren dcc wird vom Recorder erst einmal ein Lead-in geschrieben, damit das Gerät erkennt, wo das Band anfängt. Bei Start der Aufnahme wird dann ein START-Marker gesetzt, der den Beginn markiert, ebenso beim Beginn jedes neuen Titels, sehr praktisch, wenn man mal einen Titel suchen will. Am Ende ist es allerdings nicht damit getan, einfach Stop zu drücken, denn dann will das Deck die nächste Aufnahme nämlich einfach und zwangsweise hinten dran setzen. Eine CompactCassette würde man jetzt lediglich auf den Beginn von Seite 2 vorspulen und dann weitermachen, bei der dcc muss am Ende der Aufnahme ein NEXT-Marker gesetzt werden, der dafür sorgt, das das Band auf Seite 2 vorgespult wird und die Tracknumerierung für die nächste Aufnahme wieder bei 1 startet. Hier kam dann mein Anwenderfehler, denn ich setze versehentlich den REVERSE-Marker, der die Laufrichtung des Bandes sofort und ohne Spulen ändert. Was soll ich dazu sagen, typischer Fall von RTFM*. Glücklicherweise lassen sich die Marker auch im Nachhinein löschen und ändern🙄. Was mir auch zu schaffen machte, war die Qualität der Schallplatten, insbesondere You And Me Both war so voller Knacken und Knistern, dass der Recorder teilweise keine stille Stelle zwischen den Liedern gefunden hat um die Tracks zu markieren.

Ihr seht also, das war ein echtes Erlebnis. Mir hat es aber irgendwie Spaß gemacht, auch wenn ich zugebe, dass es schon ziemlich murksig war – an heutigen Standards gemessen. Aber hey, pfeif‘ drauf.

Das Ende vom Lied: Nach meiner Aufnahmesession habe ich Upstairs At Eric’s dann als CD für 6,49 € (billiger als der Download) beim großen Fluss bestellt. Die werde ich als lossless file auf mein AppleTV schlumpfen und habe dann eine knack- und knisterfreie Version dieses unverzichtbaren Klassikers zuhause 😎

Ganz zum Schluss noch ein Hinweis, für den Fall, dass sich junge Leser hierher verirrt haben und mit solchen Worten wie Schallplatte, Cassette usw. nichts anfangen können: Fragt Eure Eltern! 😇

CU

* Read The Fucking Manual

Neues altes Zeug

Seit einiger Zeit habe ich so eine Art neues Hobby – oder wie meine Frau es nennt einen neuen Rappel, nämlich Retro-HiFi. Angefangen hat das Ganze bereits im Juni vorigen Jahres mit dem Kauf meines Vintage AKAI-Receivers (näheres bitte hier nachlesen), die Fortsetzung gab es dann letzten Oktober in Form eines klassischen Technics Plattenspielers (Hier der zugehörige Blogpost).

Wie bereits angekündigt, oder sollte ich sagen angedroht, war das noch nicht das Ende, denn mittlerweile habe ich mein Stereo-Equipment noch einmal erweitert und zwar (in chronologischer Reihenfolge) um ein Philips dcc-Deck und ein Yamaha-Tapedeck, beides aus den Neunzigern. Natürlich gibt es auch hierzu jeweils eine Story, die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Vorab ein paar Gedanken zum Thema „Vintage HiFi“. Die gute, alte Vinylschallplatte erlebt ja derzeit eine Renaissance und verkauft sich wieder wie geschnitten´ Brot. Aktuelle Plattenspieler sind entweder schrabbelige Koffergeräte (Crosley), die auch in Klamottenläden verkauft werden, puristische Minimalgeräte mit ausschließlich manueller Bedienung oder High-End-Boliden zum Preis von Mittelklassewagen (und oft auch mit deren Gewicht). Dazu kommen dann noch Accessoires wie Röhrenverstärker und schon sind wir bei Finanzbedarfen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Parallel gibt es auf den bekannten Plattformen einen regen Gebrauchtmarkt mit Geräten aus der „goldenen Zeit“ der 70er und 80er. Auch hier schiessen die Preise mittlerweile oft ins Kraut, weil sich viele Hipster tummeln und bereit sind zu zahlen, nur um den Trend nicht zu verpassen.

Das, was mir an dieser Geschichte am meisten Spaß macht, natürlich nach dem Musikgenuss, ist aber das Suchen und Herumstochern um eben nicht einfach nur trendy zu sein sondern die gewünschten Gerätschaften in guter Qualität zum möglichst günstigsten Preis zu ergattern. So eine Art Schatzsuche halt. Wie ich zu den ersten beiden Schätzen gekommen bin, könnt Ihr in den zugehörigen Blogbeiträgen (s. o.) nachlesen, jetzt kommt endlich die angekündigte Story zu den aktuellen Neuerwerbungen.

Durch die Webseite und den YouTube-Kanal Techmoan bin ich schon vor geraumer Zeit auf das Thema dcc gekommen, welches in den 90ern komplett an mir vorbei gegangen war. Also suchte ich hier mehrere Monate nach einem Gerät, das zu einem vernünftigen Preis (auch hier gibt es teilweise regelrechte Mondpreise) in relativer Wohnortnähe angeboten wird und wurde tatsächlich kurz vor Weihnachten in Rheinhessen fündig. Für einen Hunni bekam ich ein nahezu unbenutztes Philips dcc600-Deck und dazu noch 16 original verschweißte dcc´s, die ansonsten für 10,oo € das Stück gehandelt werden. Das Fernbedienung und Bedienungsanleitung beim Verkäufer nicht mehr auffindbar waren, konnte ich locker verschmerzen. Mein Tapedeck, ein Yamaha KX-360, habe ich sogar zum Nulltarif bekommen, denn es stand eines Abends, als ich von der Arbeit kam, auf einem Stromverteilerkasten am Straßenrand. Offenbar wollte der Vorbesitzer ganz gezielt, dass sich hier jemand bedient. Dies habe ich getan und freute mich bei einem kurzen Test, dass das Gerät einwandfrei funktioniert und lediglich einen Schönheitsfehler in Form zweier fehlender (Aufsteck-)Knöpfe hat.

Vor wenigen Tagen war dann auch das Regal fertig, das ich beim einem örtlichen Schreiner anfertigen ließ, damit alle Gerätschaften einen würdigen Platz bekommen. Wie dieses wilde Sammelsurium nun bei mir aussieht, könnt Ihr auf den folgenden Bildern bewundern. Ich konnte auch nicht umhin ein paar Detailaufnahmen der schönen alten Technik hinzuzufügen.

Für die Technikinteressierten unter Euch kommen hier noch die Links zu meinen Retro-Geräten. Wenig aussagekräftig aber besser als nichts:

CU