Hai Faideladai

Gestern ging es hier im Blog um Männergespräche, Männerträume und Traumautos. Jetzt geht es direkt weiter mit einem anderen Thema, von dem wohl auch hauptsächlich Männer träumen, zumindest, wenn man auf die Geschlechterverteilung bei den Besuchern achtet. Ich spreche von (High End) HiFi.

Jetzt aber von vorne. Der liebe Holger, auch bekannt als The Incredibe Holg, fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm die Deutschen Hifi Tage in Darmstadt zu besuchen. Na klar wollte ich und so tuckerten wir heute morgen los, um uns beschallen zu lassen. Da ich mit HiFi-Messen bisher keine Berührung hatte, war ich zuerst einmal etwas verwundert und suchte die große Halle mit den Ausstellungsständen. Die gab es aber nicht, was mir bei einer gewissen Denkleistung auch hätte klar sein müssen. Stattdessen verteilt sich die Ausstellung auf viele einzelne Räume in denen die Hersteller ihre Produkte präsentieren und  – natürlich und vor allem – Musik spielen lassen. So kamen wir dann auch in den Genuss himmlischer Klänge, teilweise aus Gerätschaften, die Preise erreichen, bei denen man auch im Immobilienmarkt des Rhein-Main-Gebiets dabei ist.

Ob das alles sinnvoll oder nützlich ist steht nicht zur Diskussion, hier geht es um etwas völlig anderes als die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse. Ich konnte halt ein bisschen träumen und mir – zumindest in Gedanken – ein Traum-Anlage zusammenstellen. Es gab aber auch eine rein sachliche Erkenntnis, nämlich, dass die Sachen, die ich zuhause stehen habe, so gut sind (zumindest für meine Ohren), dass die teilweise enormen Aufpreise die Umsetzung des Traums nicht rechtfertigen.

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen, verbunden mit der Hoffnung, dass diese Veranstaltung nächste Jahr wieder in Darmstadt sein wird. Nur zum träumen natürlich 😇.

 

CU

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Ganz Accu-rat

Es gibt Dinge, die sollte „man“ nicht tun, denn sie könnten dazu führen, dass „man“ in Versuchung gerät. Eines dieser Dinge ist der Besuch des Sommerfestes beim Klangstudio Rainer Pohl in Bodenheim, insbesondere, wenn „man“ vom Hifi-Virus infiziert ist.

Ihr habt es schon längst erraten: „man“ ist natürlich ich. Zum Sommerfest am 26. August kam ich nebst Gattin, weil Heiko dort auch einen Stand als Co-Aussteller hatte und das Wetter so schön war, dass wir dies nutzten um ihm einfach einmal Hallo zu sagen und uns umzuschauen. Das Klangstudio ist kein normales Ladengeschäft, sondern befindet sich im Kellerbereich des Wohnhauses der Familie Pohl. Dies soll aber nicht bedeuten, das hier irgendwie improvisiert wird. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn alles ist toll ausgestattet und der Hör- und Testbereich wird auf Kundenwunsch genau mit den Geräten ausgestattet, die besagten Kunden interessieren. Das gehört sich auch so bei Gerätepreisen, zu denen andere Menschen schon über den Erwerb einer Eigentumswohnung nachdenken. Mich interessierte aber vor allem ein Nebenraum, denn dort waren einige Geräte zu bestaunen, die aus Inzahlungnahme oder im Kundenauftrag gebraucht verkauft wurden. Und da sah ich ihn, einen Accuphase E206 Vollververstärker aus 1989. Im Zustand wie neu und mit ganz vielen Anschlüssen, an die ich mein ganzes Gerödel stöpseln kann ohne, wie bisher, auf eine externe Switchbox zu benutzen. Da fing es an zu kribbeln. Trotz seiner fast dreißig Jahre war das Teil nicht gerade billig, aber verzeiht mir den Vergleich, für eine alte Mercedes S-Klasse zahlt man eben auch deutlich mehr als für einen alten VW Golf.

Gestern, am 09. September war es dann soweit und ich habe dem Kribbeln nachgegeben. Ab ins Auto und auf nach Bodenheim, das Teil zu kaufen. Natürlich wurde auch ganz schnell angeschlossen und testgehört, vorher aber noch die obglitaorischen Bilder geschossen. Hier ist er nun, in aller Pracht:

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Mein alter AKAI hat mich mit seinem schönen, warmen Klang schon begeistert (auch wenn dieser vielleicht messtechnisch gar nicht wirklich „gut“ war), aber der Accuphase ist noch einmal um Klassen besser. Es ist schwer zu beschreiben, am besten passt wohl das, was die Hifi-Journalisten als „luftig“ bezeichnen. Die Höhen sind absolut klar und verzerrungsfrei und auch untenrum in den Frequenzen gibt es nur Sound vom Feinsten. Es hat sich für mich also absolut gelohnt dem Kribbeln nachzugeben. Da das Teil außerdem gebaut ist wie ein Panzer, wird es mir sicher auch noch viele Jahre Freude bereiten.

Wer mit Accuphase nichts anfangen kann, dem empfehle ich, sich diese Seite auf hifimuseum.de einmal in aller Ruhe durchzulesen.

Jetzt habe ich aber keine Zeit mehr zu schreiben, denn ich muss Musik hören. Daher …

CU

Neuzugänge

In den letzten Wochen war es hier relativ still, denn ich hatte einfach keine Zeit zum Schreiben – und, ehrlich gesagt, auch nicht unbedingt Themen die sich gelohnt hätten. Was nicht still war, war meine Stereoanlage, die ich mit einigen Neuzugängen füttern konnte. Die möchte ich Euch nun zeigen, damit Ihr endlich wieder einmal die Gelegenheit habt, den Kopf zu schütteln über mich und/oder meinen komischen Musikgeschmack. Außerdem gab es gerade drei „Zigarrenbeiträge“ in Folge und ich muss dringend den lieben Holger beschwichtigen 😜.

Neuzu-1
Erasure ABBA-esque. Echt Retro als MC. Ich bin zwar kein ABBA-Fan aber wenn Vince Clarke sich daran macht, ist das etwas anderes

Neuzu-2
Bananarama Please Yourself, ebenfalls als MC. Stock/Aitken/Waterman Plastikpop at it´s best. Schön, wenn einfach nur etwas dudeln soll und vor allem bei Erwerb noch originalverpackt.

Neuzu-3
Eine Cassingle mit einem Klassiker in Live-Aufnahme. Auch wenn ich George Michaels Musik eigentlich nicht leiden kann, ist die Nummer einfach klasse.

Neuzu-4
Dire Straits Money for Nothing, MC. Eine schöne „Best Of“ mit einem guten Querschnitt über das Schaffen dieser genialen Band. Leider klemmt das Tape immer mal wieder. Mal schauen ob ich das reparieren kann.

Neuzu-5
OMD The Punishment of Luxury Vinyl LP. Das neueste Machwerk von OMD, erschienen am 01.09.2018. In UK hat das Album voll eingeschlagen und wer es hört, weiß warum. Hier ich finde wieder einmal ein geniales Machwerk der beiden „Alt-Elektroniker“ mit viel Sinn für schöne Melodien.

Neuzu-6
Silverimage Troubled Hearts. Eine brandneue MC aus den norwegischen EOX-Studios, denen ich ja auch schon die Retro Grooves zu verdanken habe. Ein bisschen Bombast-Rock mit Synthie-Zugabe und vor allem einer granatenmäßigen Stimme der abgebildeten Sängerin ergänzt um einige Instrumentaltracks. Lohnt sich reinzuhören.
CU

Merkwürdige Singles

Alle 11 Minuten …

Nein ich mache jetzt keine Werbung für eine gewisse Partnervermittlung, denn eigentlich hätte ich schreiben müssen: Alle 3 Minuten …, denn alle (ungefähr) 3 Minuten ist man früher, in der guten alten Zeit, zum Plattenspieler gelaufen, weil die Spielzeit der Single zu Ende war. Ja Singles, diese netten kleinen Schallplatten mit dem großen Loch in der Mitte (Wikipedia). Ich selbst war nie ein Freund der klassischen 45er-Single, hatte aber eine nicht unerhebliche Menge von 12″ Maxi-Singles im Regal stehen – die mit den fetten, langen Remixes.

Neulich bin ich aber auf eine Art von Single gestossen, die ich bisher noch gar nicht kannte, wohl auch deshalb, weil sie hier in Deutschland nie richtig Fuß fassen konnte. Die Cassette Single oder kurz Cassingle. Wer gerade auf einen der Links geklickt hat, wird bemerkt haben, dass es noch nicht einmal einen Eintrag in der deutschen Wikipedia dazu gibt. Es handelt sich hierbei wirklich um Singles, die als Medium die Compact Cassette nutzen. „A- und B-Seite“ liegen hier (in der Regel) hintereinander auf einer Cassettenseite – und auf der anderen auch. Die nachfolgend abgebildeten konnte ich bei Ebay jeweils für 1,00€ plus Versand ersteigern, es gibt aber auch welche, die geradezu astronomische Preise erzielen, weil es sich um limitierte Auflagen, besondere Promos o. ä. handelt.

Auf jeden Fall schaue ich jetzt auf meinen gelegentlichen Ebay-Streifzügen auch immer wieder in diese Kategorie und hoffe, dass ich noch mehr interessante Cassingles finde.

CU

P. S. Dies war übrigens der bereits vor über einem Monat hier versprochene Beitrag zum Thema Musik 😇

Alter Wein in neuen Schläuchen 

Was macht der vernünftige Mensch an einem Tag wie diesem, mit brütender Hitze und gleißender Sonne? Richtig, er bleibt im verbarrikadierten und abgedunkelten Haus und schreibt einen Blogpost!

Bald beginnt ja, wie jedes Jahr, die Zeit des sogenannten Sommerhits (oder gibt es schon einen und ich habe etwas verpasst?). Meistens ein belangloses Stückchen aus irgendeiner Musikfabrik, das dann von den Radiosendern rauf und runter gedudelt wird. Ich hingegen habe mir im laufenden Monat ein paar echte Klassiker zugelegt, die allesamt in irgendeiner Weise „runderneuert“ wurden. Daher auch der Titel dieses Beitrags, der ursprünglich etwas mit Diversity enthalten sollte, weil besagte Neuzugänge unterschiedlicher kaum sein können. Aber lest selbst…

Electric Light Orchestra (ELO): The Balance Of Power
Ja, ich bin ELO-Fan und ich finde, das Out Of The Blue definitiv zu den besten Alben aller Zeiten zählt (pfeif´auf die Listen vom Rolling Stone). Balance Of Power war das letzte ELO-Album vor den Comebacks der Jahre 2001 bzw. 2014 und seitens der Kritik nicht gut gelitten, weshalb auch ich mich stets scheute, es zu kaufen. Dann entdeckte ich die 2007er CD-Neuauflage mit zusätzlichen Tracks zum Schnäppchenpreis und schlug zu. Für mich hat es sich gelohnt, denn auch wenn der Konservatoriumscharme und die üppigen Streicher der frühen Alben fehlen, bekommt man hier ordentliche 80er-Popmusik in perfekten Arrangements für die Jeff Lynne so bekannt ist und auch von vielen anderen Künstlern als Produzent und Songschreiber angeheuert wurde und immer noch wird.
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Lipps Inc.: Mouth To Mouth
„Won´t you take me to – Funkytown“. Muss ich noch mehr sagen? Funktytown war 1980 der Renner in allen Diskotheken und Clubs, die etwas auf sich hielten. Danach hörte man von Lipps Inc. praktisch nichts mehr, ein typischer Fall von One Hit Wonder. Ich besaß früher schon einmal die LP, wobei diese Bezeichnung fast ein Witz ist, bei ganzen vier Titeln (die aber allesamt recht lang sind). Nun habe ich die 2012er Remastered-CD gefunden (UK-Import) und freue mich die (nur) vier Titel, die alle richtige Kracher sind, in guter Qualität wieder zu hören. Es gibt sogar Bonustracks, nämlich die gekürzten Single-Versionen aller Titel. Unnötig wie ein Kropf aber irgendwie lustig.
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KISS: DESTROYER (Resurrected)
Auch hier hatte ich das Album, mit welchen KISS übrigens ihren weltweiten Durchbruch hatten, schon 1977 in meinem Regal. Es wurde vor Jahren, zusammen mit meinem gesamten Plattenbestand abgegeben. Dann entdeckte ich vor kurzem, dass es eine Remastered-, oder wie der Titel sagt Resurrected-Ausgabe von 2012 gibt, die vom damaligen Produzenten Bob Ezrin anlässlich des 35.Jubiläuns neu abgemischt wurde. Das Teil ist echt der Hammer und der gute Bob hat es geschafft aus dem alten Material noch richtig neuen Saft herauszuholen, ohne den Stil zu verfälschen oder zu verändern. Also, wie KISS es sagen würden: Shout It Out Loud.
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Kraftwerk: 3-D Der Katalog
Kraftwerk, mittlerweile identisch mit der Person von Ralf Hütter, sind wahre Vermarktungsgenies, denn er schafft es mit dem immer wieder gleichen Material immer wieder neue Hörer und damit Käufer zu erreichen. Ich vermute, das funktioniert einfach deshalb, weil Kraftwerk – trotz des vergleichsweise geringen Gesamtoutputs – einen ganzen Satz voll zeitloser Klassiker geschaffen hat, die seit Jahrzehnten und bis heute viele Musiker aller Genres beeinflussen und inspirieren. 3-D Der Katalog ist nichts anderes als eine Neueinspielung der acht klassischen Kraftwerk-Alben, aufgenommen zwischen 2012 und 2016 und jetzt ganz neu erschienen in diversen Paketen auf diversen Medien. „Natürlich“ habe ich besagte acht Alben teilweise schon auf Schallplatte besessen und habe auch alle ursprünglichen CD-Versionen aber ich konnte einfach nicht anders und habe mit die Vinyl-Luxusausgabe bestellt. Alle acht Alben (auf insgesamt neun Platten) im fetten Schuber. Ein echtes Schwergewicht, und das meine ich wörtlich. Die Neuaufnahmen lohnen sich absolut und alle Titel wurden der aktuellen Zeit angepasst ohne jedoch auch nur ein Quäntchen ihres Kultstatus (sorry, mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) zu verlieren. Ganz besonders profitiert davon das Album Electric Café, mittlerweile umbenannt in Techno Pop. Also nicht nur für den eingefleischten Fan sondern für alle eine klare Kaufempfehung.
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So, jetzt könnt Ihr mir zustimmen, den Kopf schütteln über meine abstruse Musikkombination oder Euch fragen, ob ich nichts besseres zu tun habe als ellenlang über „alte“ Musik zu schwafeln. Sollte aber jemand auf den Gedanken gekommen sein sich eine der vorgestellten Scheiben zuzulegen, dann bitte über die folgenden Links, die denen mir so richtig die Kasse gefüllt wird 🤣😜

Balance Of Power Amazon Link

Mouth To Mouth Amazon Link

DESTROYER (Resurrected) Amazon Link

3-D Der Katalog Amazon Link

CU

P.S. Für alle die noch immer nicht genug haben. Ich habe noch einen Beitrag in Sachen Musik in petto. Bleibt einfach dran und schaut bald mal wieder rein.

Wenn schon Retro, dann richtig

Bevor Holger wieder einmal berechtigterweise moniert, dass ich hur noch etwas über Zigarrenevents poste, kommt hier die Rettung 😜.

Wie die geneigte Leserschaft weiß, bin ich ja seit einiger Zeit dem Retro-Hifi-Virus verfallen und habe dazu auch schon Beiträge veröffentlicht. In dieser Sparte geht es heute weiter, denn ich möchte Euch meine letzten Neuzugänge vorstellen.

Zuerst einmal wurde ein feuchter Traum eines jeden (in den 80ern) jugendlichen Hifi-Freaks war, denn ein Nakamichi-Tapedeck zog bei mir ein. Nakamichis waren seinerzeit der Mercedes unter den Cassettenspielern und standen zu für Jugendliche unerschwinglichen Preisen in den Hifi-Studios. Ausserdem hatte ein Nakamichi einen Auftritt im Film 9 1/2 Wochen – im Nachhinein betrachtet, die erotischste Szene des Films – wer zum Teufel ist schon Kim Basinger 🤣. Zu dem Teil gekommen bin ich durch die Suche nach einer Reparaturmöglichkeit für einen klassischen Philips CD-Player (ebenfalls aus den 80ern), die mich auf die Seite hifimuseum.de führte. Als ich feststellte, dass die Seite aus Wiesbaden „stammt“ rief ich einfach ´mal an, kam mit dem Betreiber, Herrn Redlich, ins Gespräch, besuchte ihn persönlich und gab ihm ein wenig Feedback zu seiner Webseite aus Sicht eines interessierten Laien. Um es abzukürzen: auf meine mehr scherzhaft geäußerte Bemerkung gerne ein Nakamichi zu besitzen kam die Antwort, dass er eines da habe, was ich bekommen kann – für lau (d. h. für 0,00 Euro)!!!

Doch was nützt einem  das schönste Tapedeck ohne die zugehörigen Medien, sprich Cassetten. Nix natürlich, weswegen ich schon im Besitz einiger Altbestände aus den Nachlass meiner Schwiegermutter und einer bei Ebay geschossenen, noch eingeschweißten Eric Clapton-Cassette war (schließlich musste ich ja auch schon mein vorher vorhandenes Yamaha-Deck befeuern). Heute kam mit der Post aber der absolute Hammer –  Retro Grooves Vol. 1 von den EOX Studios aus Norwegen. Hinter den EOX Studios verbirgt sich Anders Enger Jensen, ein Musiker, der sich den klassischen 80er-Jahre Synthie-Sound auf die Fahne geschrieben und damit wirklich eine fast zwei Stunden lange Musikcassette befüllt hat. Einfach der Hammer, da wird auch sofort jede Diskussion über den Preis von 20,00 US$ für ein obsoletes Musikspeicher- und wiedergabemeduim hinfällig. Übrigens: wer kein Tapedeck hat kann Anders Tracks auch über SoundCloud am heimischen Computer anhören.

Bevor ich zu den obligatorischen Bildern komme, möchte ich Euch, zusätzlich zu den oben bereits eingefügten, noch zwei Links an Herz legen, die jeder kennen sollte, der sich für solches Retro-Zeug interessiert oder einfach einmal schauen will:

Bei beiden bitte auch unbedingt den zugehörigen YouTube-Kanal ansteuern!

CU

 

 

P. S. Oder, wie Steve Jobs zu sagen pflegte „One more Thing“

Noch ein weiterer „Klassiker“ ist bei mir eingezogen, nämlich Mouth to Mouth von Lipps, Inc. Ihr wisst schon

🔊„Won´t you take me to   Funkytown“🔊.

Zwar leider nicht auf Vinyl, dafür aber als remastered CD und mit schönem Booklet.

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Adventures In Modern Recording

Fast schon traditionell haben die Einleitungen zu meinen Blogposts nichts oder nur sehr wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun, über das ich schreiben möchte.  Auch heute gibt es keine Ausnahme von dieser Regel und so möchte ich Euch als erstes eines der besten (da sind sich die Kritiker einig) und gleichzeitig vom breiten Publikum am wenigsten beachteten Alben der 80er vorstellen – Adventures In Modern Recording von den Buggles.

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Buggles, hä? Waren das nicht die, deren größter/einziger Hit Video Killed The Radio Star war, dessen Musikvideo seinerzeit den Start von MTV darstellte? Ja, genau die, und deren zweites (und letztes) Album war eben Adventures In Modern Recording.  Eine wahre Perle, weitab vom einfachen Synthipop, einfallsreich, voller Abwechslung, anspruchsvoll und dazu noch meisterhaft produziert in genialer Klangqualität. Na klar, war ja auch Trevor Horn. Ich habe irgendwann ein Vermögen für die CD ausgegeben, die nur als Japan-Pressung zu bekommen war. Mittlerweile gibt es aber eine Neuauflage, sogar mit Bonustracks, zu einem normalen Preis.

Nun aber endlich zum Thema, nämlich meinen persönlichen Adventures In Modern Recording. Wie Ihr wisst, habe ich mich ja vor einiger Zeit ein dcc-Deck zugelegt und mit diesem einen Stapel Leercassetten. Also habe ich mich hingesetzt und – ganz Retro – wieder einmal Schallplatten auf Cassette aufgenommen. Als würdige Objekte hatte ich mir die beiden Yazoo-Alben Upstairs At Eric’s und You And Me Both ausgesucht, die mir der liebe Holger dankenswerterweise ausgeliehen hatte. Das ist heute, wo der Download eines ganzen Albums nur wenige Minuten dauert (entsprechende Internetverbindung vorausgesetzt) und selbst das Rippen von CDs in xx-facher Geschwindigkeit geradezu archaisch anmutet, schon ein echtes Abenteuer. Langwierig dazu, denn zur eigentlichen Spieldauer der Schallplatte muss man noch Zeit zum Reinigen derselben, zum Einpegeln des Recorders und zum Umdrehen der Platte einplanen.

Richtig „modern“ wird es dann durch die dcc. Reichte es bei einer normalen CompactCassette das Band mit dem Finger oder dem berühmten sechseckigen Bleistift an die Startposition zu bewegen so gibt es hier noch einige digitale Besonderheiten. Bei einer leeren dcc wird vom Recorder erst einmal ein Lead-in geschrieben, damit das Gerät erkennt, wo das Band anfängt. Bei Start der Aufnahme wird dann ein START-Marker gesetzt, der den Beginn markiert, ebenso beim Beginn jedes neuen Titels, sehr praktisch, wenn man mal einen Titel suchen will. Am Ende ist es allerdings nicht damit getan, einfach Stop zu drücken, denn dann will das Deck die nächste Aufnahme nämlich einfach und zwangsweise hinten dran setzen. Eine CompactCassette würde man jetzt lediglich auf den Beginn von Seite 2 vorspulen und dann weitermachen, bei der dcc muss am Ende der Aufnahme ein NEXT-Marker gesetzt werden, der dafür sorgt, das das Band auf Seite 2 vorgespult wird und die Tracknumerierung für die nächste Aufnahme wieder bei 1 startet. Hier kam dann mein Anwenderfehler, denn ich setze versehentlich den REVERSE-Marker, der die Laufrichtung des Bandes sofort und ohne Spulen ändert. Was soll ich dazu sagen, typischer Fall von RTFM*. Glücklicherweise lassen sich die Marker auch im Nachhinein löschen und ändern🙄. Was mir auch zu schaffen machte, war die Qualität der Schallplatten, insbesondere You And Me Both war so voller Knacken und Knistern, dass der Recorder teilweise keine stille Stelle zwischen den Liedern gefunden hat um die Tracks zu markieren.

Ihr seht also, das war ein echtes Erlebnis. Mir hat es aber irgendwie Spaß gemacht, auch wenn ich zugebe, dass es schon ziemlich murksig war – an heutigen Standards gemessen. Aber hey, pfeif‘ drauf.

Das Ende vom Lied: Nach meiner Aufnahmesession habe ich Upstairs At Eric’s dann als CD für 6,49 € (billiger als der Download) beim großen Fluss bestellt. Die werde ich als lossless file auf mein AppleTV schlumpfen und habe dann eine knack- und knisterfreie Version dieses unverzichtbaren Klassikers zuhause 😎

Ganz zum Schluss noch ein Hinweis, für den Fall, dass sich junge Leser hierher verirrt haben und mit solchen Worten wie Schallplatte, Cassette usw. nichts anfangen können: Fragt Eure Eltern! 😇

CU

* Read The Fucking Manual

Wissen, was gespielt wird

Vor einigen Tagen habe ich Euch ja mit meinem „neuen“ Hifi-Equipment bekannt gemacht und dabei zum Überblick dieses Bild gepostet:

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Fällt Euch etwas auf? Nein – dann zeige ich es etwas penetranter:

hifi-1a

Genau! Dieses kleine, schwarze Board, erhältlich für 4,99€ beim sogenannten unmöglichen Möbelhaus aus Schweden, spielt ab jetzt eine wichtige Rolle, denn es ist mein #nowplaying – Board. Hier stelle ich die Plattencover (oder äquivalente Verpackungen) der Musik ab, die gerade gespielt wird, fotografiere sie dann und poste sie auf meinem Instagram-Account.

Warum, fragt Ihr Euch? Hier eine Multiple-Choice Liste (möglicherweise) zutreffender Antworten:

  • Ich möchte, dass Ihr mir auf Instagram folgt und viele andere Leute auch
  • Ich möchte Euch zu guter Musik bekehren
  • Ich möchte nicht immer nur mein Essen fotografieren
  • Ich habe zu viel freie Zeit, die ich mit unnützen Dingen verplempern muss
  • Ich bin einfach nur ein Wichtigtuer
  • Es macht mir Spaß
  • frei für eine Antwort Eurer Wahl

Bitte kreuzt die richtige/n Antwort/en deutlich sichtbar mit einem wasserfesten, roten Filzstift auf Eurem Bildschirm an, macht einen Screenshot und schickt mir diesen dann per E-Mail. Unter allen Einsendern verlose ich dann – gar nix  🤣🤣🤣🤣.

CU

Neues altes Zeug

Seit einiger Zeit habe ich so eine Art neues Hobby – oder wie meine Frau es nennt einen neuen Rappel, nämlich Retro-HiFi. Angefangen hat das Ganze bereits im Juni vorigen Jahres mit dem Kauf meines Vintage AKAI-Receivers (näheres bitte hier nachlesen), die Fortsetzung gab es dann letzten Oktober in Form eines klassischen Technics Plattenspielers (Hier der zugehörige Blogpost).

Wie bereits angekündigt, oder sollte ich sagen angedroht, war das noch nicht das Ende, denn mittlerweile habe ich mein Stereo-Equipment noch einmal erweitert und zwar (in chronologischer Reihenfolge) um ein Philips dcc-Deck und ein Yamaha-Tapedeck, beides aus den Neunzigern. Natürlich gibt es auch hierzu jeweils eine Story, die ich gerne mit Euch teilen möchte.

Vorab ein paar Gedanken zum Thema „Vintage HiFi“. Die gute, alte Vinylschallplatte erlebt ja derzeit eine Renaissance und verkauft sich wieder wie geschnitten´ Brot. Aktuelle Plattenspieler sind entweder schrabbelige Koffergeräte (Crosley), die auch in Klamottenläden verkauft werden, puristische Minimalgeräte mit ausschließlich manueller Bedienung oder High-End-Boliden zum Preis von Mittelklassewagen (und oft auch mit deren Gewicht). Dazu kommen dann noch Accessoires wie Röhrenverstärker und schon sind wir bei Finanzbedarfen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Parallel gibt es auf den bekannten Plattformen einen regen Gebrauchtmarkt mit Geräten aus der „goldenen Zeit“ der 70er und 80er. Auch hier schiessen die Preise mittlerweile oft ins Kraut, weil sich viele Hipster tummeln und bereit sind zu zahlen, nur um den Trend nicht zu verpassen.

Das, was mir an dieser Geschichte am meisten Spaß macht, natürlich nach dem Musikgenuss, ist aber das Suchen und Herumstochern um eben nicht einfach nur trendy zu sein sondern die gewünschten Gerätschaften in guter Qualität zum möglichst günstigsten Preis zu ergattern. So eine Art Schatzsuche halt. Wie ich zu den ersten beiden Schätzen gekommen bin, könnt Ihr in den zugehörigen Blogbeiträgen (s. o.) nachlesen, jetzt kommt endlich die angekündigte Story zu den aktuellen Neuerwerbungen.

Durch die Webseite und den YouTube-Kanal Techmoan bin ich schon vor geraumer Zeit auf das Thema dcc gekommen, welches in den 90ern komplett an mir vorbei gegangen war. Also suchte ich hier mehrere Monate nach einem Gerät, das zu einem vernünftigen Preis (auch hier gibt es teilweise regelrechte Mondpreise) in relativer Wohnortnähe angeboten wird und wurde tatsächlich kurz vor Weihnachten in Rheinhessen fündig. Für einen Hunni bekam ich ein nahezu unbenutztes Philips dcc600-Deck und dazu noch 16 original verschweißte dcc´s, die ansonsten für 10,oo € das Stück gehandelt werden. Das Fernbedienung und Bedienungsanleitung beim Verkäufer nicht mehr auffindbar waren, konnte ich locker verschmerzen. Mein Tapedeck, ein Yamaha KX-360, habe ich sogar zum Nulltarif bekommen, denn es stand eines Abends, als ich von der Arbeit kam, auf einem Stromverteilerkasten am Straßenrand. Offenbar wollte der Vorbesitzer ganz gezielt, dass sich hier jemand bedient. Dies habe ich getan und freute mich bei einem kurzen Test, dass das Gerät einwandfrei funktioniert und lediglich einen Schönheitsfehler in Form zweier fehlender (Aufsteck-)Knöpfe hat.

Vor wenigen Tagen war dann auch das Regal fertig, das ich beim einem örtlichen Schreiner anfertigen ließ, damit alle Gerätschaften einen würdigen Platz bekommen. Wie dieses wilde Sammelsurium nun bei mir aussieht, könnt Ihr auf den folgenden Bildern bewundern. Ich konnte auch nicht umhin ein paar Detailaufnahmen der schönen alten Technik hinzuzufügen.

Für die Technikinteressierten unter Euch kommen hier noch die Links zu meinen Retro-Geräten. Wenig aussagekräftig aber besser als nichts:

CU

Die Luft zum atmen

Und weiter geht´s mit den vorweihnachtlichen Musik-Geschenkempfehlungen. Diesmal beginnt die Geschichte nicht, wie sonst bei mir (fast) üblich in den 80ern sondern noch früher, nämlich bereits im Jahr 1976.

Vierzig Jahre ist es also mittlerweile her, dass Oxygène von Jean Michel Jarre erstmals veröffentlicht wurde. Damals nur in Frankreich und nur in geringer Auflage von einem lokalen Label, da die Großen der Branche sich nicht an diese Art Musik herantrauten und keinen (Massen-)Markt dafür sahen. Das dies ein Irrtum war ist bekannt, denn Oxygène verkaufte sich seinem mehr als 12 Millionen mal. JMJ wurde zum Pionier elektronischer Musik, nahm noch viele weitere erfolgreiche Alben auf und war und ist bekannt für seine akustisch und visuell formidablen Konzerte, die sich selbst im Guinness-Buch der Rekorde wiederfinden.

Genug der Belehrungen, endlich zum Thema. Nach Oxygène 1976 und Oxygène 1997 erschien am 02.12.2016 Oxygène 3 zum vierzigjährigen Jubiläum als Abschluss der Oxygène Trilogie. Nachdem der Meister in den 2000ern eine Art Schaffenskrise durchmachte und eher fragwürdige Alben herausbrachte, meldete er sich 2015/16 mit den beiden Electronica-Alben, auf denen er mit verschiedenen anderen Electro-Größen kollaboriert, eindrucksvoll zurück um dann als Paukenschlag noch Oxygène 3 zu bringen.

Zu Oxygène – und zwar 1 bis 3 – habe ich eine private, nicht repräsentative Umfrage gemacht. Das Ergebnis zeigt, dass man diese Musik entweder liebt oder hasst, etwas dazwischen gibt es praktisch nicht. Ich gehöre zur ersten Fraktion, sonst würde ich mir hier nich gerade einen Wolf schreiben. Nicht nur, dass hier geniale Melodien präsentiert werden, die einen so richtig in der Musik aufgehen lassen, auch die Tatsache, dass die alten Sachen heute noch genau soviel  Spaß machen wie damals zeugt von Qualität. Auf Oxygène 3 werden dann auch in den neuen Stücken teileweise frühere Parts zitiert und vermitteln dem Hörer, dass er hier in ein geschlossenes System eintaucht. Als Anspieltip gebe ich Euch Oxygène Pt. 17. Dieses – ziemlich poppige – Stück findet Ihr auch auf YouTube inklusive Bildern vom Konzert, daher auch visuell ein Erlebnis.

Zum Schluss noch etwas zur Darreichungsform. Natürlich gibt es die üblichen Download-Möglichkeiten, dazu die jeweiligen Einzel-CDs und die Trilogy als CD-Pack. Ich habe mich für das Box-Set entschieden. Hier gibt es in einem stabilen Schuber alle Alben auf drei CDs, nochmal auf drei LPs aus transparentem 180g-Vinyl und ein Coffetable-Book mit faszinierenden Bildern von alten Synthesizern, die auf den Oxygène-Alben Verwendung fanden. Dazu noch ein Riesenposter und die Originalcover als Nachdruck.

Mann, ich ich ein Fanboy.

CU