Am PULSE der Zeit

Die Sommersaison ist eigentlich nicht gerade die Zeit, in der ich zuhause auf dem Sofa sitze und Musik höre oder mich sonst irgendwie mit meinen HiFi-Gerätschaften auseinandersetze. Deshalb ist der letzte Blogpost zu diesem Thema auch schon eine Weile her.

Aber auch wenn das HiFi-Thema derzeit etwas weiter unten in der Prioritätenliste steht, war ich schon seit mehreren Monaten auf der Suche nach einem Gerät, mit dem ich auch anderswo im Haus qualitativ hochwertig Musik genießen kann. Ein Bluesound PULSE sollte es werden, denn den kann ich direkt aus meinem Bluesound VAULT übers WLAN mit Musik versorgen. Wer Bluesound nicht kennt, das ist die qualitativ – und leider aus preislich – höherwertige Alternative zu den diversen Multiroom-Systemen, die sich auf dem Markt tummeln (Am bekanntesten ist wohl Sonos und die sind beileibe auch weder schlecht noch billig). Der Neupreis des PULSE war es aber auch, der mich vom Kauf abschreckte. So schaute ich also regelmäßig in eBay-Kleinanzeigen, ob sich da nicht etwas täte. Das Angebot ist recht gering aber vorige Woche wurde ich dann fündig, denn da verkaufte ein Anbieter gleich zwei Stück von diesen Teilen. Nach kurzer Verhandlung war dann eines davon mir, zu einem sehr fairen Preis (ca. 45% vom Neupreis).

Nun steht das Teil also bei mir – ist von einem neuen nicht zu unterscheiden – und nach anfänglichen Problemen mit dem WiFi-Setup, die ich aber schnell durch kabelgebundenes Anschließen an meinen Router lösen konnte, genieße ich einen fantastischen Sound (sogar beim Bügeln meiner Diensthemden😬).

Damit Ihr euch etwas unter meinem Geschreibsel vorstellen könnt, hier die obligatorischen Fotos:

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P.S. Den Anbieter meines Geräts kann ich empfehlen und er verkauft – zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags – noch ein zweites Gerät hier.
Falls also jemand Interesse bekommen hat …

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Mach mal halbschnell

„Mach mal halblang“, im Sinne von sei nicht so voreilig, sei nicht so stürmisch, besinn dich, hat wohl jeder schon einmal gehört, gelesen und auch, wie gerade beschrieben, verstanden. Was soll also „Mach mal halbschnell“ bedeuten? Nun, als Redewendung sicherlich nichts, denn eine solche Redewendung gibt es ganz einfach nicht. Wohl aber als Vehikel zum Einstieg in diesen Beitrag, in dem ich Euch einmal wieder ein paar musikalische Neuzugänge präsentieren möchte, zusammen mit etwas klugscheisserisch präsentierten Halbwissen.

Um Euch nicht unnötig auf die Folter zu spannen (schon wieder eine Redewendung) geht es gleich los mit einer Greatest Hits Sammlung auf die ein 80ger-Jahre Synthipop-Fan wie ich einfach nicht verzichten kann: The Human League / A Very British Synthesizer Group. Natürlich in der Vinyl-Version, also in Form von drei Langspielplatten, bei denen half speed mastering zum Einsatz kam – womit wir endlich beim Thema wären. Beim half speed mastering bekommt der Schneidestichel, der die Vorlage ritzt, die Musik in halber Geschwindigkeit zugespielt und hat somit doppelt soviel Zeit, die Information zu Rille zu bringen, was sich deutlich klangverbessernd auswirken soll. Dies kann ich nur voll und ganz bestätigen, denn die Klangqualität ist fantastisch, selbst bei den ältesten Titeln, die nun ja schon mehr als dreißig Jahre auf dem Buckle haben. Dazu kommt da absolute Nicht-Vorhandensein irgendwelcher Kratzer, Knisterer oder anderer Unsauberkeiten. Als Krönung noch die liebevolle Ausstattung im stabilen Schuber, mit hochwertigen Inlays und einem Bonus-Beiheft mit einem ausführlichen Essay zur Geschichte der Band. Das ganze hat natürlich auch seinen Preis, der mir lange zu hoch war (Erscheinungsdatum war bereits  in 2016). Dank eines funktionierenden Amazon Preistrackers konnte ich aber endlich deutlich günstiger zuschlagen.

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Weiter geht es mit einer Fraktion, wo die halbe Geschwindigkeit nicht förderlich sondern eher abträglich ist. Ich meine natürlich Tonbänder und insbesondere Cassetten. Hier ist es nämlich so, das der Klang besser ist, wenn ihm viel Bandlänge zur Verfügung gestellt wird, sprich das Band mit hoher Geschwindigkeit am Tonkopf vorbeigezogen wird. So betrug die Geschwindigkeit eines (Spulen-)Tonbands einst 7,5ips (inches per second), dies wurde oft auf die Hälfte reduziert (3 3/4ips), weil das die Hälfte des Bandmaterials einsparte, wenn auch unter Hinnahme von Qualitätsverlusten. Nochmals halbiert, also auf 1 7/8ips wurde die Geschwindigkeit bei der Compact Cassette, welche anfänglich als völlig HiFi-ungeeignet eingestuft wurde. Doch dann kamen verbesserte Beschichtungen, optimierte Herstellungsprozesse und Rauschunterdrückungssysteme, die die Compact Cassette zum günstigsten und beliebtestem Musikmedium für Jahrzehnte machen sollten.

Ich habe bei Ebay gerade etwas aus der Spätzeit des Mediums (1992), mal wieder für einen Euro, geschossen: ZZTop Greatest Hits. Eine klasse Zusammenstellung spitzenmäßiger Rock- und Bluesrock-Nummern, teilweise mit schönem 80er-Appeal und in einer ganz nicht so üblen Klangqualität (Aufnahme mit Dolby B), die Leute Lügen straft, welche Cassetten nur als Träger von Rauschen und Ursache für Bandsalat abtun.

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Zum Schluss noch zwei DCCs (zu diesem Thema könnt Ihr schon hier und hier etwas lesen). Ja, es ist der Soundtrack von GREASE, denn meine Frau ist ein großer Fan davon (Jugenderinnerungen) und wir haben das Musical sogar schon einmal am Broadway gesehen. Als sie neulich neulich wieder einmal auf das Thema kam, wollte ich Sie überraschen, begab mich bei Discogs auf die Suche und wurde fündig bei einem netten Anbieter aus Holland, bei dem ich gleich noch den Commitments Soundtrack dazu orderte um ein wenig Versandkostendegression zu betreiben. Ihr müsst wissen, die holländische Post nimmt es von den Lebenden. Beide Tapes waren neu, noch in ihren Folien eingeschweißt und wurden nach Erhalt durch mich sozusagen entjungfert. Natürlich hätte ich beide Alben als CD für jeweils fünf Euro bei Amazon bestellen können, was ungefähr 20% meines Kaufpreises gewesen wäre – aber wo wären da der Spaß und das völlig überrascht blickende Gesicht meiner Frau geblieben 😜 😜.

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P.S. Wer es zum Thema half speed mastering etwas gebauer haben will, wird bei diesem Artikel fündig, der auch ein Interview mit einem Abbey Road Studios Tontechniker enthält.

Was von Weihnachten übrig blieb

„Nach Weihnachten ist vor Weihnachten“

Auf Basis dieser Erkenntnis schreibe ich heute ein wenig über meine Erlebnisse im letztjährigen Weihnachtsgeschäft. Nein eigentlich tue ich das nicht, denn das, was ich Euch zeigen möchte, sind einige meiner Musik-Neuzugänge (ein paar mehr sind schon einsortiert und archiviert), welche größtenteils während der Vorweihnachtszeit bei mir angekommen sind.

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Wie, diesmal nur ein Bild und keine (Kurz-)Kritik oder Anmerkung zu den einzelnen Scheiben? Ja, denn es sind einfach zu viele und ich möchte die geneigte Leserschaft nicht unnötig mit meinem (möglicherweise) merkwürdigen Musikgeschmack belasten oder gar langweilen.

Was ich aber bemerkenswert schreibenswert finde, fällt – wie so oft – in die Kategorie Verkehrte Welt, denn in Zeiten des Downloads und des Streamings ist es nicht nur reaktionär noch CDs zu kaufen (die Vinylscheiben sind ja schon wieder hip) sondern zu allem Überfluss auch noch wirtschaftlich sinnvoll. Dies gilt natürlich nicht für brandneue Scheiben von Top-Acts, aber wenn man, wie ich, nicht mehr ganz taufrische Veröffentlichungen sucht, weil man z.B. einen Künstler neu entdeckt hat oder um die Musikbibliothek zur vervollständigen oder um in schlechter Qualität vorhandene Stücke zu ersetzen oder  oder oder ist der Kauf der CD oft die beste Wahl.

Hier ein paar Argumente:

  • Der Preis ist oft unschlagbar günstig. Insbesondere vor Weihnachten, aber auch immer wieder im laufenden Jahr, gibt es bei Amazon Aktionen wie „3 CDs für 15 €“ oder andere Arten von Bundles.
  • Bei älteren Releases handelt es sich oft um Re-Issues mit Bonustiteln, die in der Downloadversion nicht mitkommen, netten Booklets oder anderen Goodies.
  • Die Klangqualität der CD ist besser als der mp3- oder AAC-Download.
  • Bei Amazon erhält man in vielen Fällen gleich eine Downloadversion ohne Aufpreis dazu (z.B. fürs Auto) und für zuhause kann man die CD in FLAC umwandeln, hat so die höchstmögliche Klangqualität* und die Scheibe geht ins Archiv.
  • Auch wenn es sehr subjektiv ist: Ich möchte meine Musik anfassen können und auch mal in Booklets blättern und Songtexte mitlesen.
  • Und Ihr so?

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*Ich meine natürlich die höchstmögliche Klangqualität aus der geripten CD. Selbstverständlich gibt es auch noch die FLACs mit den hohen Bit- und Abtastraten, aber da sind wir ja schon wieder beim Download und natürlich bei einer anderen Geschichte.

Blau ist mehr als eine Farbe

„Wozu ist das?“


„Das ist blaues Licht.“


„Und was macht es?“


„Es leuchtet blau.“

 

Dies war einer der dämlichsten Filmdialoge (Rambo 3) aller Zeiten und damit der ideale Einstieg in diesen Beitrag, in dem es, natürlich wieder einmal, um etwas völlig anderes geht (oder vielleicht doch nicht?).

Das Wort blau bezeichnet bekanntermaßen nicht nur eine Farbe sondern auch einen Zustand (hackedicht halt) und kommt darüber hinaus auch in verschiedenen Begriffen oder Redewendungen vor, ich denke da an blaue Bohnen, den Schuss ins Blaue, blau machen usw. Im Englischen ist das ähnlich, hier bedeutet to look blue etwa traurig aussehen und Out of the Blue meint Aus heiterem Himmel, womit ich endlich die Kurve zum Thema bekommen habe. Sozusagen mit einem blauen Auge davongekommen, möchte ich euch heute meine Musik- und Hifi-Neuzugänge seit dem letzten Artikel zu diesem Thema vorstellen.

Es geht los mit Out of the Blue von ELO. Obwohl ich natürlich schon im Besitz der CD bin konnte ich einfach nicht widerstehen, bei der 40th Anniversary Edition Picture-Disc zuzuschlagen. Schaut einfach die Fotos an und ihr wisst warum. Leider gibt es hier einen Wermutstropfen, denn die wunderschönen Picture-Discs kommen in einen lieblosen durchsichtigen Plastikhülle. Für eine solche Jubiläumsedition schon fast peinlich. Wer es etwas ausführlicher möchte, kann hier meine zugehörige Rezension bei Amazon lesen.

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Weiter geht es mit Convergence von Malia und Boris Blank. Hammermäßige Jazzstimme trifft den einzigartigen Elektroniksound von Yello. Bereits 2014 erschienen, bin ich erst in diesem Jahr auf das Album aufmerksam geworden (Danke Holger!) und nun rotiert es auch auf meinem Plattenteller und nicht nur auf der Festplatte. Ach ja, auf dem Cover ist Malia in einer Art blauem Strahlenkranz zu sehen.

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Zu guter letzt noch von Daft Punk der Soundtrack zu TRON:Legacy in der Vinyl Edition mit bisher nicht veröffentlichten Tracks. Man mag von der Handlung von TRON:Legacy halten, was man will (das Drehbuch hat sicher auf wenige Seiten gepasst 😜) aber visuell halte ich den Film immer noch für einen der besten des Jahrzehnts und der geniale Soundtrack der französischen Soundbastler verstärkt den ohnehin schon massiven Eindruck der Bilder um ein Vielfaches. Etwas blaues gibt es auch hier, denn der TRON:Legacy Schriftzug leuchtet im dunklen – blau natürlich.

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Auch von der Hardwareseite gibt es zu berichten, denn hier musste ich sozusagen zwangsweise gewisse Neuanschaffungen vornehmen.

Zuvor habe ich meinem Plattenspieler aber noch ein neues Tonabnehmersystem gegönnt. Wie es sich (zumindest für diesen Beitrag) gehört natürlich ein Ortofon 2m Blue . Eine absolut lohnende Investition.

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Die gerade erwähnten Maläsen begannen  damit, dass meine Lieblingsfirma Apple in ihrer unendlichen Weisheit beschlossen hatte, das AppleTV der ersten Generation (mit eingebauter Festplatte) nicht mehr in der aktuellen Version von iTunes zu unterstützen. Dieses AppleTV war aber sozusagen das Rückgrat meiner digitalen Musiksammlung. Nach einigen Telefonaten mit dem Apple-Support blieb mir am Ende nichts weiter übrig, als ein neues AppleTV zu kaufen und den ganzen Tag meinen Mac laufen zu lassen, damit die Musik gestreamt werden kann. Dies stellte sich schnell als schlechte, um nicht zu sagen beschissene, Lösung heraus, denn mein WLAN ist durch diverse äußere Einflüsse störungsbehaftet und so hatte ich mehr Aussetzter als Musik, was den Genuss doch erheblich minderte. Nach einigem Hin und Her kam ich dann zu einer Bluesound (Merkt ihr etwas? Blau!) Vault, einem digitalen Musikserver mit 2TB Festplatte und CD-Laufwerk. Damit kann, ich zu allem Überfluss, jetzt auch Internetradio hören, diverse andere Musikdienste wie Spotify und, was mir am wichtigsten ist, auch hochauflösende digitale Audiodateien (FLAC etc.) wiedergeben. Die Mainzer Hifi-Profis hatten noch die Version 1 der Vault im Laden, die ich mir – da es bereits eine Version 2 gibt, welche sich aber technisch praktisch nicht unterscheidet – mit einem Preisnachlass von 50% unter den Nagel gerissen habe. Das Design des Geräts halte ich zwar für sehr fragwürdig aber in Anbetracht des Preises sehe ich darüber gerne hinweg.

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Dann hatte sich auch noch mein heiß geliebter Accuphase Verstärker, den ich erst seit kurzer Zeit besaß, mit einem technischen Defekt verabschiedet. Glücklicherweise war der liebe Herr Pohl kulanterweise bereit, den Kauf rückabzuwickeln, was ich ihm sehr hoch anrechne. Da ich erst einmal von Vintage-Geräten abgeschreckt war, begab ich mich also auf die Suche nach einem neuen Amp, wobei ich wieder bei den Hifi-Profis fündig wurde und einen „fetten“ Rotel neu und mit fast 40% Preisreduktion ergattern konnte. Warum ich den hier mit aufführe? Ihr werdet es kaum glauben, um den Einschaltknopf ist im Betrieb ein leuchtender Ring, natürlich in blau!

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Hai Faideladai

Gestern ging es hier im Blog um Männergespräche, Männerträume und Traumautos. Jetzt geht es direkt weiter mit einem anderen Thema, von dem wohl auch hauptsächlich Männer träumen, zumindest, wenn man auf die Geschlechterverteilung bei den Besuchern achtet. Ich spreche von (High End) HiFi.

Jetzt aber von vorne. Der liebe Holger, auch bekannt als The Incredibe Holg, fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm die Deutschen Hifi Tage in Darmstadt zu besuchen. Na klar wollte ich und so tuckerten wir heute morgen los, um uns beschallen zu lassen. Da ich mit HiFi-Messen bisher keine Berührung hatte, war ich zuerst einmal etwas verwundert und suchte die große Halle mit den Ausstellungsständen. Die gab es aber nicht, was mir bei einer gewissen Denkleistung auch hätte klar sein müssen. Stattdessen verteilt sich die Ausstellung auf viele einzelne Räume in denen die Hersteller ihre Produkte präsentieren und  – natürlich und vor allem – Musik spielen lassen. So kamen wir dann auch in den Genuss himmlischer Klänge, teilweise aus Gerätschaften, die Preise erreichen, bei denen man auch im Immobilienmarkt des Rhein-Main-Gebiets dabei ist.

Ob das alles sinnvoll oder nützlich ist steht nicht zur Diskussion, hier geht es um etwas völlig anderes als die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse. Ich konnte halt ein bisschen träumen und mir – zumindest in Gedanken – ein Traum-Anlage zusammenstellen. Es gab aber auch eine rein sachliche Erkenntnis, nämlich, dass die Sachen, die ich zuhause stehen habe, so gut sind (zumindest für meine Ohren), dass die teilweise enormen Aufpreise die Umsetzung des Traums nicht rechtfertigen.

Zum Abschluss noch ein paar Impressionen, verbunden mit der Hoffnung, dass diese Veranstaltung nächste Jahr wieder in Darmstadt sein wird. Nur zum träumen natürlich 😇.

 

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Ganz Accu-rat

Es gibt Dinge, die sollte „man“ nicht tun, denn sie könnten dazu führen, dass „man“ in Versuchung gerät. Eines dieser Dinge ist der Besuch des Sommerfestes beim Klangstudio Rainer Pohl in Bodenheim, insbesondere, wenn „man“ vom Hifi-Virus infiziert ist.

Ihr habt es schon längst erraten: „man“ ist natürlich ich. Zum Sommerfest am 26. August kam ich nebst Gattin, weil Heiko dort auch einen Stand als Co-Aussteller hatte und das Wetter so schön war, dass wir dies nutzten um ihm einfach einmal Hallo zu sagen und uns umzuschauen. Das Klangstudio ist kein normales Ladengeschäft, sondern befindet sich im Kellerbereich des Wohnhauses der Familie Pohl. Dies soll aber nicht bedeuten, das hier irgendwie improvisiert wird. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn alles ist toll ausgestattet und der Hör- und Testbereich wird auf Kundenwunsch genau mit den Geräten ausgestattet, die besagten Kunden interessieren. Das gehört sich auch so bei Gerätepreisen, zu denen andere Menschen schon über den Erwerb einer Eigentumswohnung nachdenken. Mich interessierte aber vor allem ein Nebenraum, denn dort waren einige Geräte zu bestaunen, die aus Inzahlungnahme oder im Kundenauftrag gebraucht verkauft wurden. Und da sah ich ihn, einen Accuphase E206 Vollververstärker aus 1989. Im Zustand wie neu und mit ganz vielen Anschlüssen, an die ich mein ganzes Gerödel stöpseln kann ohne, wie bisher, auf eine externe Switchbox zu benutzen. Da fing es an zu kribbeln. Trotz seiner fast dreißig Jahre war das Teil nicht gerade billig, aber verzeiht mir den Vergleich, für eine alte Mercedes S-Klasse zahlt man eben auch deutlich mehr als für einen alten VW Golf.

Gestern, am 09. September war es dann soweit und ich habe dem Kribbeln nachgegeben. Ab ins Auto und auf nach Bodenheim, das Teil zu kaufen. Natürlich wurde auch ganz schnell angeschlossen und testgehört, vorher aber noch die obglitaorischen Bilder geschossen. Hier ist er nun, in aller Pracht:

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Mein alter AKAI hat mich mit seinem schönen, warmen Klang schon begeistert (auch wenn dieser vielleicht messtechnisch gar nicht wirklich „gut“ war), aber der Accuphase ist noch einmal um Klassen besser. Es ist schwer zu beschreiben, am besten passt wohl das, was die Hifi-Journalisten als „luftig“ bezeichnen. Die Höhen sind absolut klar und verzerrungsfrei und auch untenrum in den Frequenzen gibt es nur Sound vom Feinsten. Es hat sich für mich also absolut gelohnt dem Kribbeln nachzugeben. Da das Teil außerdem gebaut ist wie ein Panzer, wird es mir sicher auch noch viele Jahre Freude bereiten.

Wer mit Accuphase nichts anfangen kann, dem empfehle ich, sich diese Seite auf hifimuseum.de einmal in aller Ruhe durchzulesen.

Jetzt habe ich aber keine Zeit mehr zu schreiben, denn ich muss Musik hören. Daher …

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Neuzugänge

In den letzten Wochen war es hier relativ still, denn ich hatte einfach keine Zeit zum Schreiben – und, ehrlich gesagt, auch nicht unbedingt Themen die sich gelohnt hätten. Was nicht still war, war meine Stereoanlage, die ich mit einigen Neuzugängen füttern konnte. Die möchte ich Euch nun zeigen, damit Ihr endlich wieder einmal die Gelegenheit habt, den Kopf zu schütteln über mich und/oder meinen komischen Musikgeschmack. Außerdem gab es gerade drei „Zigarrenbeiträge“ in Folge und ich muss dringend den lieben Holger beschwichtigen 😜.

Neuzu-1
Erasure ABBA-esque. Echt Retro als MC. Ich bin zwar kein ABBA-Fan aber wenn Vince Clarke sich daran macht, ist das etwas anderes

Neuzu-2
Bananarama Please Yourself, ebenfalls als MC. Stock/Aitken/Waterman Plastikpop at it´s best. Schön, wenn einfach nur etwas dudeln soll und vor allem bei Erwerb noch originalverpackt.

Neuzu-3
Eine Cassingle mit einem Klassiker in Live-Aufnahme. Auch wenn ich George Michaels Musik eigentlich nicht leiden kann, ist die Nummer einfach klasse.

Neuzu-4
Dire Straits Money for Nothing, MC. Eine schöne „Best Of“ mit einem guten Querschnitt über das Schaffen dieser genialen Band. Leider klemmt das Tape immer mal wieder. Mal schauen ob ich das reparieren kann.

Neuzu-5
OMD The Punishment of Luxury Vinyl LP. Das neueste Machwerk von OMD, erschienen am 01.09.2018. In UK hat das Album voll eingeschlagen und wer es hört, weiß warum. Hier ich finde wieder einmal ein geniales Machwerk der beiden „Alt-Elektroniker“ mit viel Sinn für schöne Melodien.

Neuzu-6
Silverimage Troubled Hearts. Eine brandneue MC aus den norwegischen EOX-Studios, denen ich ja auch schon die Retro Grooves zu verdanken habe. Ein bisschen Bombast-Rock mit Synthie-Zugabe und vor allem einer granatenmäßigen Stimme der abgebildeten Sängerin ergänzt um einige Instrumentaltracks. Lohnt sich reinzuhören.
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Merkwürdige Singles

Alle 11 Minuten …

Nein ich mache jetzt keine Werbung für eine gewisse Partnervermittlung, denn eigentlich hätte ich schreiben müssen: Alle 3 Minuten …, denn alle (ungefähr) 3 Minuten ist man früher, in der guten alten Zeit, zum Plattenspieler gelaufen, weil die Spielzeit der Single zu Ende war. Ja Singles, diese netten kleinen Schallplatten mit dem großen Loch in der Mitte (Wikipedia). Ich selbst war nie ein Freund der klassischen 45er-Single, hatte aber eine nicht unerhebliche Menge von 12″ Maxi-Singles im Regal stehen – die mit den fetten, langen Remixes.

Neulich bin ich aber auf eine Art von Single gestossen, die ich bisher noch gar nicht kannte, wohl auch deshalb, weil sie hier in Deutschland nie richtig Fuß fassen konnte. Die Cassette Single oder kurz Cassingle. Wer gerade auf einen der Links geklickt hat, wird bemerkt haben, dass es noch nicht einmal einen Eintrag in der deutschen Wikipedia dazu gibt. Es handelt sich hierbei wirklich um Singles, die als Medium die Compact Cassette nutzen. „A- und B-Seite“ liegen hier (in der Regel) hintereinander auf einer Cassettenseite – und auf der anderen auch. Die nachfolgend abgebildeten konnte ich bei Ebay jeweils für 1,00€ plus Versand ersteigern, es gibt aber auch welche, die geradezu astronomische Preise erzielen, weil es sich um limitierte Auflagen, besondere Promos o. ä. handelt.

Auf jeden Fall schaue ich jetzt auf meinen gelegentlichen Ebay-Streifzügen auch immer wieder in diese Kategorie und hoffe, dass ich noch mehr interessante Cassingles finde.

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P. S. Dies war übrigens der bereits vor über einem Monat hier versprochene Beitrag zum Thema Musik 😇

Alter Wein in neuen Schläuchen 

Was macht der vernünftige Mensch an einem Tag wie diesem, mit brütender Hitze und gleißender Sonne? Richtig, er bleibt im verbarrikadierten und abgedunkelten Haus und schreibt einen Blogpost!

Bald beginnt ja, wie jedes Jahr, die Zeit des sogenannten Sommerhits (oder gibt es schon einen und ich habe etwas verpasst?). Meistens ein belangloses Stückchen aus irgendeiner Musikfabrik, das dann von den Radiosendern rauf und runter gedudelt wird. Ich hingegen habe mir im laufenden Monat ein paar echte Klassiker zugelegt, die allesamt in irgendeiner Weise „runderneuert“ wurden. Daher auch der Titel dieses Beitrags, der ursprünglich etwas mit Diversity enthalten sollte, weil besagte Neuzugänge unterschiedlicher kaum sein können. Aber lest selbst…

Electric Light Orchestra (ELO): The Balance Of Power
Ja, ich bin ELO-Fan und ich finde, das Out Of The Blue definitiv zu den besten Alben aller Zeiten zählt (pfeif´auf die Listen vom Rolling Stone). Balance Of Power war das letzte ELO-Album vor den Comebacks der Jahre 2001 bzw. 2014 und seitens der Kritik nicht gut gelitten, weshalb auch ich mich stets scheute, es zu kaufen. Dann entdeckte ich die 2007er CD-Neuauflage mit zusätzlichen Tracks zum Schnäppchenpreis und schlug zu. Für mich hat es sich gelohnt, denn auch wenn der Konservatoriumscharme und die üppigen Streicher der frühen Alben fehlen, bekommt man hier ordentliche 80er-Popmusik in perfekten Arrangements für die Jeff Lynne so bekannt ist und auch von vielen anderen Künstlern als Produzent und Songschreiber angeheuert wurde und immer noch wird.
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Lipps Inc.: Mouth To Mouth
„Won´t you take me to – Funkytown“. Muss ich noch mehr sagen? Funktytown war 1980 der Renner in allen Diskotheken und Clubs, die etwas auf sich hielten. Danach hörte man von Lipps Inc. praktisch nichts mehr, ein typischer Fall von One Hit Wonder. Ich besaß früher schon einmal die LP, wobei diese Bezeichnung fast ein Witz ist, bei ganzen vier Titeln (die aber allesamt recht lang sind). Nun habe ich die 2012er Remastered-CD gefunden (UK-Import) und freue mich die (nur) vier Titel, die alle richtige Kracher sind, in guter Qualität wieder zu hören. Es gibt sogar Bonustracks, nämlich die gekürzten Single-Versionen aller Titel. Unnötig wie ein Kropf aber irgendwie lustig.
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KISS: DESTROYER (Resurrected)
Auch hier hatte ich das Album, mit welchen KISS übrigens ihren weltweiten Durchbruch hatten, schon 1977 in meinem Regal. Es wurde vor Jahren, zusammen mit meinem gesamten Plattenbestand abgegeben. Dann entdeckte ich vor kurzem, dass es eine Remastered-, oder wie der Titel sagt Resurrected-Ausgabe von 2012 gibt, die vom damaligen Produzenten Bob Ezrin anlässlich des 35.Jubiläuns neu abgemischt wurde. Das Teil ist echt der Hammer und der gute Bob hat es geschafft aus dem alten Material noch richtig neuen Saft herauszuholen, ohne den Stil zu verfälschen oder zu verändern. Also, wie KISS es sagen würden: Shout It Out Loud.
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Kraftwerk: 3-D Der Katalog
Kraftwerk, mittlerweile identisch mit der Person von Ralf Hütter, sind wahre Vermarktungsgenies, denn er schafft es mit dem immer wieder gleichen Material immer wieder neue Hörer und damit Käufer zu erreichen. Ich vermute, das funktioniert einfach deshalb, weil Kraftwerk – trotz des vergleichsweise geringen Gesamtoutputs – einen ganzen Satz voll zeitloser Klassiker geschaffen hat, die seit Jahrzehnten und bis heute viele Musiker aller Genres beeinflussen und inspirieren. 3-D Der Katalog ist nichts anderes als eine Neueinspielung der acht klassischen Kraftwerk-Alben, aufgenommen zwischen 2012 und 2016 und jetzt ganz neu erschienen in diversen Paketen auf diversen Medien. „Natürlich“ habe ich besagte acht Alben teilweise schon auf Schallplatte besessen und habe auch alle ursprünglichen CD-Versionen aber ich konnte einfach nicht anders und habe mit die Vinyl-Luxusausgabe bestellt. Alle acht Alben (auf insgesamt neun Platten) im fetten Schuber. Ein echtes Schwergewicht, und das meine ich wörtlich. Die Neuaufnahmen lohnen sich absolut und alle Titel wurden der aktuellen Zeit angepasst ohne jedoch auch nur ein Quäntchen ihres Kultstatus (sorry, mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) zu verlieren. Ganz besonders profitiert davon das Album Electric Café, mittlerweile umbenannt in Techno Pop. Also nicht nur für den eingefleischten Fan sondern für alle eine klare Kaufempfehung.
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So, jetzt könnt Ihr mir zustimmen, den Kopf schütteln über meine abstruse Musikkombination oder Euch fragen, ob ich nichts besseres zu tun habe als ellenlang über „alte“ Musik zu schwafeln. Sollte aber jemand auf den Gedanken gekommen sein sich eine der vorgestellten Scheiben zuzulegen, dann bitte über die folgenden Links, die denen mir so richtig die Kasse gefüllt wird 🤣😜

Balance Of Power Amazon Link

Mouth To Mouth Amazon Link

DESTROYER (Resurrected) Amazon Link

3-D Der Katalog Amazon Link

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P.S. Für alle die noch immer nicht genug haben. Ich habe noch einen Beitrag in Sachen Musik in petto. Bleibt einfach dran und schaut bald mal wieder rein.

Wenn schon Retro, dann richtig

Bevor Holger wieder einmal berechtigterweise moniert, dass ich hur noch etwas über Zigarrenevents poste, kommt hier die Rettung 😜.

Wie die geneigte Leserschaft weiß, bin ich ja seit einiger Zeit dem Retro-Hifi-Virus verfallen und habe dazu auch schon Beiträge veröffentlicht. In dieser Sparte geht es heute weiter, denn ich möchte Euch meine letzten Neuzugänge vorstellen.

Zuerst einmal wurde ein feuchter Traum eines jeden (in den 80ern) jugendlichen Hifi-Freaks war, denn ein Nakamichi-Tapedeck zog bei mir ein. Nakamichis waren seinerzeit der Mercedes unter den Cassettenspielern und standen zu für Jugendliche unerschwinglichen Preisen in den Hifi-Studios. Ausserdem hatte ein Nakamichi einen Auftritt im Film 9 1/2 Wochen – im Nachhinein betrachtet, die erotischste Szene des Films – wer zum Teufel ist schon Kim Basinger 🤣. Zu dem Teil gekommen bin ich durch die Suche nach einer Reparaturmöglichkeit für einen klassischen Philips CD-Player (ebenfalls aus den 80ern), die mich auf die Seite hifimuseum.de führte. Als ich feststellte, dass die Seite aus Wiesbaden „stammt“ rief ich einfach ´mal an, kam mit dem Betreiber, Herrn Redlich, ins Gespräch, besuchte ihn persönlich und gab ihm ein wenig Feedback zu seiner Webseite aus Sicht eines interessierten Laien. Um es abzukürzen: auf meine mehr scherzhaft geäußerte Bemerkung gerne ein Nakamichi zu besitzen kam die Antwort, dass er eines da habe, was ich bekommen kann – für lau (d. h. für 0,00 Euro)!!!

Doch was nützt einem  das schönste Tapedeck ohne die zugehörigen Medien, sprich Cassetten. Nix natürlich, weswegen ich schon im Besitz einiger Altbestände aus den Nachlass meiner Schwiegermutter und einer bei Ebay geschossenen, noch eingeschweißten Eric Clapton-Cassette war (schließlich musste ich ja auch schon mein vorher vorhandenes Yamaha-Deck befeuern). Heute kam mit der Post aber der absolute Hammer –  Retro Grooves Vol. 1 von den EOX Studios aus Norwegen. Hinter den EOX Studios verbirgt sich Anders Enger Jensen, ein Musiker, der sich den klassischen 80er-Jahre Synthie-Sound auf die Fahne geschrieben und damit wirklich eine fast zwei Stunden lange Musikcassette befüllt hat. Einfach der Hammer, da wird auch sofort jede Diskussion über den Preis von 20,00 US$ für ein obsoletes Musikspeicher- und wiedergabemeduim hinfällig. Übrigens: wer kein Tapedeck hat kann Anders Tracks auch über SoundCloud am heimischen Computer anhören.

Bevor ich zu den obligatorischen Bildern komme, möchte ich Euch, zusätzlich zu den oben bereits eingefügten, noch zwei Links an Herz legen, die jeder kennen sollte, der sich für solches Retro-Zeug interessiert oder einfach einmal schauen will:

Bei beiden bitte auch unbedingt den zugehörigen YouTube-Kanal ansteuern!

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P. S. Oder, wie Steve Jobs zu sagen pflegte „One more Thing“

Noch ein weiterer „Klassiker“ ist bei mir eingezogen, nämlich Mouth to Mouth von Lipps, Inc. Ihr wisst schon

🔊„Won´t you take me to   Funkytown“🔊.

Zwar leider nicht auf Vinyl, dafür aber als remastered CD und mit schönem Booklet.

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