Die geteilte Stadt (1)

Heute gibt es hier seit langer Zeit einmal wieder einen Reisebericht. Okay, das Wort Reise ist vielleicht etwas überzogen, denn es handelte sich nur um ein verlängertes Wochenende, dafür ging es aber in die geteilte Stadt – nach Berlin.

Hä? Berlin geteilt? Hat da jemand Jahrzehnte verschlafen oder beim Tagesschau-Sehen nicht aufgepasst? Natürlich nicht, denn das Ende der Teilung Berlins (und ganz Deutschlands) durch Mauer und eisernen Vorhang habe ich natürlich mitbekommen. Für mich teilte sich Berlin in laut/hässlich/ätzend und schön/sehenswert/interessant, und auch hier waren die Grenzen oft nur eine Straße voneinander entfernt.

Da meine Frau schon einige Male geschäftlich in Berlin war, hatte sie eine Vorstellung davon, was „man“ gesehen haben sollte, sozusagen das Touristen-Pflichtprogramm mit Brandenburger Tor, Reichstag, Holocaust-Denkmal und und und. Natürlich haben wir zumindest einige dieser Stätten besucht aber glücklicherweise kein „koreanisches Touristenprogramm“ abgespult. Ihr wisst schon, da, wo die Herde einem Leittier mit hochgehaltenem Fähnchen oder Regenschirm hinterher läuft.

Jetzt aber endlich der Reihe nach. Wir haben ein Angebot von BAHNHIT.de gewählt, da es bei diesem Anbieter richtig preisgünstige Kombiangebote und eine gute Hotelauswahl gibt. Die Reise im ICE verlief sehr glatt, bis auf die Tatsache, dass auf der Teilstrecke von Hannover nach Berlin genau in unserem Wagen die Klimaanlage ausgefallen war. Eingemietet hatten wir uns im Hotel Savoy, einem eleganten und liebevoll altmodischen Haus in zentraler Lage zwischen Bahnhof Zoo und Kurfürstendamm, sehr empfehlenswert. Dort trafen wir dann erst einmal CCC-Presidente Gabriel, der geschäftlich in Berlin war und auch dort nächtigte. Die Welt ist halt ein Dorf. Als wir später dann unser sehr schönes Zimmer betraten fanden wir dort zur Begrüßung eine leckere Flasche Rotwein aufs Haus vor. Schön, wenn man eine Frau hat, die den Hoteleigentümer kennt und mit ihm geschäftlich zu tun hatte 😀.

Da wir bereits gegen Mittag ankamen, sind wir natürlich als erstes die nähere Nachbarschaft abgelaufen, wobei wir zur Kategorie laut/hässlich/ätzend kommen, denn das war die Gegend Bahnhof Zoo, Kurfürstendamm, Gedächtniskirche. Für mich als Besucher aus der Provinz war das alles zu viel. Menschenmassen (u. a. koreanische Touristengruppen an der Gedächtniskirche), Verkehr ohne Ende und eine Aufreihung aller weltweit existierenden Modeketten und alle Arten weiterer Konsumtempel. Vom Bahnhof Zoo ganz zu schweigen, der Gestank haut einen teilweise echt aus den Latschen, da möchte ich gar nicht wissen, wie es zu Zeiten des bekannten Buches hier aussah. Das dort „wohnende“ Publikum ist auch nicht gerade vertrauenerweckend. Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Obdachlose oder Leute die betteln müssen, um über die Runden zu kommen. Im Gegenteil, ich finde es mehr als schlimm, dass es so was  in einem reichen Land wie hier gibt. Wenn ich aber Bettelmütter sehe, die ihre (schulpflichtigen) Kinder auf der Straße „anlernen“, wie man möglichst penetrant Passanten anbettelt, dann geht mir einfach die Galle über – selbst jetzt beim Schreiben.

Bevor es zu lange und zu böse wird, mache ich hier erst einmal Pause. Natürlich folgen noch ein paar Touristen-Schnappschüsse. Für die Fotografie-Interessierten mag mein mitgenommenes Equipment interessant sein, es war meine Fujifilm X-Pro2 mit den 3 Musketieren XF23mmf2, XF35mmf2 und XF50mmf2, wobei aber 98% aller Bilder mit dem 23er entstanden.

Das war Teil 1. Teil 2 folgt bald und ich verspreche er wird etwas versöhnlicher für Berlin ausfallen. Also …

Stay tuned.

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1 Kommentar zu „Die geteilte Stadt (1)“

  1. Ja, Berlin. Ich bin auch so ca. zweimal im Jahr beruflich dort und nehme dann natürlich auch immer meine Fuji mit. Aber komisch: irgendwie bekomme ich keinen Bezug zu dieser Stadt. Weiß auch nicht woran das liegt. Insofern kann ich einige der obigen Passagen nach voll ziehen.
    Trotzdem, bin gespannt auf den zweiten Teil und dessen fotografischer Ausbeute.

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