Alter Wein in neuen Schläuchen 

Was macht der vernünftige Mensch an einem Tag wie diesem, mit brütender Hitze und gleißender Sonne? Richtig, er bleibt im verbarrikadierten und abgedunkelten Haus und schreibt einen Blogpost!

Bald beginnt ja, wie jedes Jahr, die Zeit des sogenannten Sommerhits (oder gibt es schon einen und ich habe etwas verpasst?). Meistens ein belangloses Stückchen aus irgendeiner Musikfabrik, das dann von den Radiosendern rauf und runter gedudelt wird. Ich hingegen habe mir im laufenden Monat ein paar echte Klassiker zugelegt, die allesamt in irgendeiner Weise „runderneuert“ wurden. Daher auch der Titel dieses Beitrags, der ursprünglich etwas mit Diversity enthalten sollte, weil besagte Neuzugänge unterschiedlicher kaum sein können. Aber lest selbst…

Electric Light Orchestra (ELO): The Balance Of Power
Ja, ich bin ELO-Fan und ich finde, das Out Of The Blue definitiv zu den besten Alben aller Zeiten zählt (pfeif´auf die Listen vom Rolling Stone). Balance Of Power war das letzte ELO-Album vor den Comebacks der Jahre 2001 bzw. 2014 und seitens der Kritik nicht gut gelitten, weshalb auch ich mich stets scheute, es zu kaufen. Dann entdeckte ich die 2007er CD-Neuauflage mit zusätzlichen Tracks zum Schnäppchenpreis und schlug zu. Für mich hat es sich gelohnt, denn auch wenn der Konservatoriumscharme und die üppigen Streicher der frühen Alben fehlen, bekommt man hier ordentliche 80er-Popmusik in perfekten Arrangements für die Jeff Lynne so bekannt ist und auch von vielen anderen Künstlern als Produzent und Songschreiber angeheuert wurde und immer noch wird.
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Lipps Inc.: Mouth To Mouth
„Won´t you take me to – Funkytown“. Muss ich noch mehr sagen? Funktytown war 1980 der Renner in allen Diskotheken und Clubs, die etwas auf sich hielten. Danach hörte man von Lipps Inc. praktisch nichts mehr, ein typischer Fall von One Hit Wonder. Ich besaß früher schon einmal die LP, wobei diese Bezeichnung fast ein Witz ist, bei ganzen vier Titeln (die aber allesamt recht lang sind). Nun habe ich die 2012er Remastered-CD gefunden (UK-Import) und freue mich die (nur) vier Titel, die alle richtige Kracher sind, in guter Qualität wieder zu hören. Es gibt sogar Bonustracks, nämlich die gekürzten Single-Versionen aller Titel. Unnötig wie ein Kropf aber irgendwie lustig.
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KISS: DESTROYER (Resurrected)
Auch hier hatte ich das Album, mit welchen KISS übrigens ihren weltweiten Durchbruch hatten, schon 1977 in meinem Regal. Es wurde vor Jahren, zusammen mit meinem gesamten Plattenbestand abgegeben. Dann entdeckte ich vor kurzem, dass es eine Remastered-, oder wie der Titel sagt Resurrected-Ausgabe von 2012 gibt, die vom damaligen Produzenten Bob Ezrin anlässlich des 35.Jubiläuns neu abgemischt wurde. Das Teil ist echt der Hammer und der gute Bob hat es geschafft aus dem alten Material noch richtig neuen Saft herauszuholen, ohne den Stil zu verfälschen oder zu verändern. Also, wie KISS es sagen würden: Shout It Out Loud.
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Kraftwerk: 3-D Der Katalog
Kraftwerk, mittlerweile identisch mit der Person von Ralf Hütter, sind wahre Vermarktungsgenies, denn er schafft es mit dem immer wieder gleichen Material immer wieder neue Hörer und damit Käufer zu erreichen. Ich vermute, das funktioniert einfach deshalb, weil Kraftwerk – trotz des vergleichsweise geringen Gesamtoutputs – einen ganzen Satz voll zeitloser Klassiker geschaffen hat, die seit Jahrzehnten und bis heute viele Musiker aller Genres beeinflussen und inspirieren. 3-D Der Katalog ist nichts anderes als eine Neueinspielung der acht klassischen Kraftwerk-Alben, aufgenommen zwischen 2012 und 2016 und jetzt ganz neu erschienen in diversen Paketen auf diversen Medien. „Natürlich“ habe ich besagte acht Alben teilweise schon auf Schallplatte besessen und habe auch alle ursprünglichen CD-Versionen aber ich konnte einfach nicht anders und habe mit die Vinyl-Luxusausgabe bestellt. Alle acht Alben (auf insgesamt neun Platten) im fetten Schuber. Ein echtes Schwergewicht, und das meine ich wörtlich. Die Neuaufnahmen lohnen sich absolut und alle Titel wurden der aktuellen Zeit angepasst ohne jedoch auch nur ein Quäntchen ihres Kultstatus (sorry, mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein) zu verlieren. Ganz besonders profitiert davon das Album Electric Café, mittlerweile umbenannt in Techno Pop. Also nicht nur für den eingefleischten Fan sondern für alle eine klare Kaufempfehung.
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So, jetzt könnt Ihr mir zustimmen, den Kopf schütteln über meine abstruse Musikkombination oder Euch fragen, ob ich nichts besseres zu tun habe als ellenlang über „alte“ Musik zu schwafeln. Sollte aber jemand auf den Gedanken gekommen sein sich eine der vorgestellten Scheiben zuzulegen, dann bitte über die folgenden Links, die denen mir so richtig die Kasse gefüllt wird 🤣😜

Balance Of Power Amazon Link

Mouth To Mouth Amazon Link

DESTROYER (Resurrected) Amazon Link

3-D Der Katalog Amazon Link

CU

P.S. Für alle die noch immer nicht genug haben. Ich habe noch einen Beitrag in Sachen Musik in petto. Bleibt einfach dran und schaut bald mal wieder rein.

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1 Kommentar zu „Alter Wein in neuen Schläuchen “

  1. Hi Michael!
    Ich musste tatsächlich lächeln, als ich deinen spritzigen Beitrag zu „Funky Town“ las. Das Ding hat aber auch wirklich POP-Geschichte geschrieben, ungelogen! Inzwischen wurde er x-mal gecovert, Teile des Songs wieder- zweckentfremdet-verwendet (meist zum Grausen) aber es lässt jeden (der alt genug ist) ans Original denken.YEAH! 😉
    ELO ist natürlich auch eine Nummer für sich, KISS hat auch mich in der Jugend mal, ´ne Zeit lang, heftig „geknutscht“. Bei Kraftwerk allerdings „steig ich aus“, die lass ich in deiner Obhut! 😉
    Viel Spaß mit deinen neuen, alten Schätzen!
    WOLF

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