Fixes Futter, diesmal extern

Streetfod-5

Der/Die Stammleser(in) dieses Blogs weiß, dass sich unter dem Titel Fixes Futter immer Beiträge finden, bei denen ich Rezepte für Speisen präsentiere, die schnell und günstig herzustellen und trotzdem lecker sind. Dieses Mal nicht, denn es geht um das fixe Futter, welches nicht selbst zubereitet sondern zum sofortigen Verzehr käuflich erworben wird. Kurz gesagt, ich war gestern beim Wiesbadener Streefood-Festival.

Neulich habe ich die Aussage eines Gesellschaftswissenschaftlers gehört, der sagte, dass Essen und Trinken in breiten Bevölkerungskreisen die Funktion übernommen haben, die früher die Religion innehatte. Er bezog das unter anderem darauf, welcher Aufwand mittlerweile für die Zubereitung gewisser Speisen betrieben wird und auch, wie das ganze teilweise geradezu ritualisiert wird. Ich bin geneigt, dieser These zuzustimmen und führe als Beispiele nur einmal den aktuellen Grill-/BBQ- oder, auf der Getränkeseite, den Kaffee-Kult an.  Auch Streetfood schlägt in diese Kerbe. Ging man früher in der Mittagspause schnell einmal zur Pommessbude oder zum Metzger für ein LKW (Leberkäsweck, Fleischkäsebrötchen), so hat man heute – selbst in einer Nicht-Weltstadt wie Wiesbaden – eine große Auswahl aus aller Herren Länder und von vegan bis Fleisch pur. Natürlich gibt es das ganze dann nicht mehr am Imbisswagen sondern von einem coolen Foodtruck.

Jetzt aber endlich zum eigentlichen Festival, zu dem ich eine etwas gespaltene Meinung habe. Auf der einen Seite war es gut organisiert, das Angebot war vielfältig und es gab ein ansprechendes Rahmenprogramm für die ganze Familie. Den vom Veranstalter erhobenen Kulturbeitrag von 3,00 € pro Person für den Eintritt fand ich zwar verschmerzbar, bin aber der Meinung, dass hier nicht der Besucher – der schließlich auch noch für sein Essen bezahlt – zur Kasse gebeten werden sollte sondern die Anbieter, z.B. in Form einer umsatzabhängigen Abgabe.

Bei den Ständen fiel mir nicht nur eine breite Streuung des Angebots auf (auch wenn gewisse Trendthemen natürlich mehrfach besetzt waren) sondern auch eine breite Streuung in der Professionalität. Während es einige schafften mit langen Schlangen spielend fertig zu werden und immer frisches (heisses) Futter parat zu haben, so waren bei anderen bereits am ersten Tag eines zweitägigen Festivals Gerichte ausverkauft oder die Kunden mussten unangemessen lange warten, da einfach der Nachschub nicht geregelt war. So erging es mir an einem Truck, wo ich Süßkartoffel-Pommes haben wollte und nach zehn Minuten Wartezeit – direkt vor der Essensausgabe – nicht nicht einmal als Kunde wahrgenommen wurde und dann meine Bemühungen einstellte. So geht´s nicht, liebe Veganer.

Jetzt zu den Preisen, denn die empfand ich – zumindest teilweise – ziemlich gesalzen. Versteht mich nicht falsch, ich bin gerne und jederzeit bereit für gutes Essen auch angemessen zu bezahlen. Jedoch ist Streetfood, in meinen Augen, die Weiterentwicklung der Imbisskultur, die sich auch durch günstige Preise auszeichnen sollte, die sich jedermann leisten kann. Bei den teilweise aufgerufenen Preisen driftete das aber doch hin und wieder in Richtung Schicki-Micki-Schnittchen ab. Darüber hinaus hätte ich mir im Rahmen eines solchen Festivals gewünscht, dass die Anbieter so etwas wie kleine Testportionen zu günstigen Konditionen anbieten, damit die Gäste die Möglichkeit haben, viele Angebote zu probieren. Dies war leider nirgends der Fall. Schade eigentlich, denn je mehr Leute probieren können, desto höher ist (wieder einmal meiner Meinung nach) die Chance für die Anbieter, regelmäßige Kunden zu gewinnen.

Wenn Euch das alles jetzt zu viel Gemeckere war, werdet Ihr Euch über meine Empfehlung wundern. Die lautet nämlich ein solches Festival (oder wie es auch immer bei Euch tituliert wird) zu besuchen. Erstens gibt es leckeres Essen und zweitens könnt Ihr euch dann eine eigene Meinung bilden. Wer darüber hinaus wissen möchte, wie es in Wiesbaden aussah, kann einfach die nachfolgenden Bilder anschauen.

CU

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1 Kommentar zu „Fixes Futter, diesmal extern“

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