Abgehängt – The hohl Story

„Die Rechte der Verbraucher beim Anbieterwechsel im Telekommunikationsbereich werden in § 46 TKG grundlegend geregelt. Im Wesentlichen darf der Dienst des Teilnehmers bei einem Anbieterwechsel zukünftig nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden.“

Soviel zur grauen Theorie, nun aber zur magentafarbenen Praxis. Ob es Euch nun interessiert oder nicht, hier kommt der versprochene Beitrag zum Wechsel meines Telefon- und Internetanbieters.

Kapitel 1: Wie alles begann
Anfang Februar hatte ich wieder einmal meine bestehenden Verträge durchgeschaut und dabei auch den der Telekom. So ergab es sich, dass ich herausfand, dass ich ohne Mehrkosten  auch die Option Entertain (zeitversetztes TV etc.) zubuchen könnte. Nach ein paar Telefonaten stellte sich aber heraus, dass hier, aufgrund der Anschlusssituation in meinem Haus ein zusätzlicher Hardwareaufwand nötig wäre, auf den ich einfach keine Lust hatte. Also schaute ich mich um und entdeckte, dass 1&1 genau die Leistung anbot, die ich habe – aber für 10,00 € weniger im Monat. So habe ich dann meinen T-Vertrag fristgerecht gekündigt.

Kapitel 2: Der Shitstorm im Wasserglas
Am Abend des 31.03. wurde mein Internetzugang überpünktlich abgeschaltet. Telefon funktionierte weiterhin und tut es auch bis jetzt noch durch die Telekom. Das bewog mich dann zu diesem Blogbeitrag, der auf meinem Facebook Account und auch anderswo eine Vielzahl von Kommentaren auslöste. Alle nach dem Motto: „Wie kann man nur von der Telekom weggehen und dann noch zu 1&1. Ist doch kein Wunder …“

Kapitel 3: Irrfahrt durchs Land der Lügenmärchen
Natürlich verfiel ich gleich in hektische Betriebsamkeit und telefonierte die Hotlines beider Anbieter an. Währen mir 1&1 wahrheitsgemäß erklärte, dass der Umstieg nicht erfolgt sei uns sie deshalb schon mehrfach mit der Telekom konferiert hatten, lieferte mir die die dunkle magentafarbene Seite der Macht bei jedem Anruf, bzw. manchmal sogar bei jeder Weiterleitung an den nächsten Sachbearbeiter eine neue Version der Geschichte. Hier eine kleine Auswahl, denn alles bekomme ich schon gar nicht mehr zusammen:

  • „Ihr Vertrag bei uns ist doch gar nicht gekündigt“
  • „Ihre Telefonnummer ist uns nicht bekannt“
  • „Ihr Vertrag ist gekündigt und alles ist ordnungsgemäß an 1&1 übertragen. Bitte wenden Sie sich an die.“
  • Sie haben keinen anderen Anbieter mit der Übernahme beauftragt sondern eine Eigenkündigung durchgeführt. Dadurch wird der Zugang zum Vertragende abgeschaltet.“
  • „Ein Portierungsauftrag liegt uns nicht vor.“
  • „Natürlich liegt uns Ihr Auftrag vor aber Ihr Vertrag bei uns endet erst zum 31.03.2015.“
  • „…“

Kapitel 4: Lichtblicke
Nach ca. drei Wochen und unzähligen Telefonaten stellte mir 1&1 dann einen Webstick für einen Monat kostenlos zur Verfügung, damit ich wenigstens meine Mails lesen und ein wenig Onlinebanking erledigen konnte. Der rosa Riese aber stellte sich immer noch taub, stumm oder quer. Den Webstick nutzte ich dann gleich dazu, dass bei der Bundesnetzagentur vorhandene Formblatt zur Beschwerde bei Problemen mit dem Anbieterwechsel auszufüllen und zu versenden.

Kapitel 5: Fakten?
Wie Ihr aus diesem Beitrag sehen könnt, bin ich seit heute morgen wieder online. Die „Ausfallzeit“ betrug somit 38 Tage! Obwohl nach meiner Beschwerde über die Bundesnetzagentur eine gewisse Betriebsamkeit entstand, dauerte es noch einmal fast eine Woche, um diesen Status zu erreichen. Aber Vorsicht, ich bin immer noch Kunde der Telekom, von der ich seit Februar (s.o.) mittlerweile vier(!) Kündigungsbestätigungen erhalten habe, nämlich zum 31.03.2014, zum 01.04.2015, zum 09.05.2014 und zum 27.05.2014. Der letztgenannte Termin wurde mir auch seitens 1&1 gegenbestätigt, mal sehen. Ach ja, der abgabegemäß wirkliche Grund für den ganzen Zinnober war, dass die Telekom wohl zwei parallel laufende EDV-System hat, eines für die Technik und eines für den Vertrieb und ich war wohl aus einem bereits „draussen“ und im anderen noch „drin“ (oder vice versa). Kein weiterer Kommentar. Natürlich hat mir die Telekom für den ganzen April und den Mai Kosten für VDSL auf meine Rechnung geschrieben. Diese Baustelle ist immer noch offen.

Epilog
An die weiter oben benannten „Shitstormer“: Möglicherweise kann man auch gute Erfahrungen mit der Telekom machen. Ich hatte sie definitiv nicht und deshalb kann mir dieser Laden in Zukunft gestohlen bleiben. Und genau so kann man sicherlich auch schlechte Erfahrungen mit 1&1 machen, meine bisherigen sind aber tendenziell gut und das lässt mich hoffen.

One more Thing
Ein bekanntes Zitat von Loriot lautet „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“
Ich möchte dies etwas umformen und sage „Ein Leben ohne Internet ist möglich,
aber Scheisse“

CU

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1 Kommentar zu „Abgehängt – The hohl Story“

  1. Meine Erfahrungen mit der Telekom sind ebenfalls schlecht. Mit 1und1 als Internetprovider habe ich bisher gute Erfahrungen gemacht. Allerdings bauen die alle 5 Minuten ihr Onlineportal um, so dass man ständig suchen muss, wo gerade welche Funktion versteckt wurde.
    Halt uns auf dem laufenden! Und viel Erfolg!

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