Die Welt ist eine Scheibe

Zumindest heute, denn es ist RecordStoreDay und zwar bereits der siebte. Trotzdem ist mir dieser Tag jetzt das erste Mal überhaupt aufgefallen.

Der Tag des Plattenladens hat irgendwie etwas von Artenschutz. Zumindest kann man darauf kommen, wenn man sieht das in ganz D/A/CH gerade einmal 150 teilnehmende Läden zusammenkommen. Wenn ich ein paar Jahre Jahrzehnte in meine Jugend zurückblicke, gab es selbst in so beschaulichen Städten wie Mainz und Wiesbaden einen ganzen Sack voll Plattenläden, durch die ich mich gestöbert habe. Heute fällt mir da adhoc überhaupt kein Geschäft mehr ein und von einem der letzten Mohikaner der Branche las ich gerade erst, dass er aufgibt.

Natürlich trage ich auch eine Mitschuld am Niedergang dieser Branche. Es begann mit dem Kauf eine Philips CD-101, für den 1985 fast mein gesamtes Bundeswehr -Abgangsgeld draufging und endet in der heutigen Situation, wo ich schon lange keine Schallplatten mehr besitze, die vorhandenen CD´s im Keller eingelagert sind und der CD-Player auch schon geraume Zeit verscherbelt ist. iTunes lässt grüßen. Aber Totgesagte leben ja bekanntlich länger und so gibt es immer noch eine Nische für Plattenspieler (zum Preis eines Kleinwagens) und Vinylscheiben.

Apropos Scheiben. Wer erinnert sich noch an Sonderpressungen, Picture Discs und ähnliches?  Ich erinnere mich noch genau an meine Some Great Reward LP von Depeche Mode in grau gesprenkeltem Vinyl oder die Get The Balance Right Maxis-Single in durchscheinendem rot. Auch dieses alte Brauchtum wird zu RecodStoreDay wiederbelebt und viele Interpreten oder Labels veröffentlichen spezielle RSD-Releases von aktuellen Werken oder „Klassikern“.

Wenn ich heute nach etwas speziellem suchen würde, wäre es das:

Vienna RSD

Ultravox Vienna, im Original von 1980. Neuauflage mit dem in 2008 remasterten Ton in weißem Heavyweight-Vinyl und zusätzlichem Textblatt.

Und Ihr?

CU

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2 Kommentare zu „Die Welt ist eine Scheibe“

  1. Tja,
    da kommt auch bei mir etwas „Wehmut“ auf, wenn ich das so lese.
    Desto trotz, ich bin ein Qualitätsfreak, was Musik angeht. Daher gibt es bei mir noch immer einen Thorens-Dreher und einen Rotel CD-Player, beide vom feinsten.
    I-Pod und MP3 sind für mich nur was für unterwegs, nothing else! Wenns um Musik in ordentlicher Qualität geht, kann beides „brausen“ geh´n! Sorry!
    OK, ich lege derzeit von Samplern und Best-Of CD´s eine HardCopy in FLAC Qualität an, damit ich den Platz in der neuen, kleineren Wohnung besser nutzen kann, dabei verliere ich nichts an Klangqualität. Dennoch bleiben die wirklich guten Alben in gewohnt, guter und runder Form in Dienst bei mir.

    Jetzt gibts natürlich Leutchen die den Unterschied zw. MP3 und CD nicht hören, die LP ist ihnen sowieso zu „dumpf“ oder knistert ihnen zu viel, aber da läuft Musik sowieso nur „nebenbei“, was immer ihnen auch wichtiger sein mag.
    Wer Musik liebt, der schiebt – die CD in den Player, die LP´s aus in den „Schuber“ (Platten-Cover). Entschleunigt ungemein! Probier´s mal! 😉
    LG WOLF
    PS: Die graue Depeche Mode liegt bei MIR am Plattenteller! ÄTSCH! 😛

    Gefällt 1 Person

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